Start Kritiken FØRT im ausverkauften Molotow (Konzertbericht)

FØRT im ausverkauften Molotow (Konzertbericht)

FØRT
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FØRT im ausverkauften Molotow. Heute ist das Abschlusskonzert der KONTAKT-Tour. Ich darf nicht nur vor der Bühne und hinter der Kamera dabei sein, ich darf in die Backstage-Atmosphäre eintauchen.

18 Uhr: Ich war noch nie so früh in einem Club. Die Tür ist fest verriegelt, aber ich werde von Malek vom Label Grand Hotel van Cleef rein geschleust. Die Band macht gerade Soundcheck. Alle sind gut aufgelegt und stellen sich vor. So viele Namen kann ich mir kaum merken. Denn es sind ganz schön viele Leute im Raum. Ton- und Licht-Menschen, Leute für den Merch, Promoter und Label. Im Backstage geht die Zeit rasend um. 40 Minuten haben wir Chris, David und Frank ganz für uns und können sie mit Fragen überhäufen. Alles natürlich schon verpackt von Erik im Interview.

Dann startet bereits die Vorband We Never Learned To Live. Die darf man auf keinen Fall verpassen. Grandiose Postrock/Screamo Band aus Brighton. Die Sorge von Chris, David und Frank (FØRT) es könnten noch nicht so viele Leute da sein, weil auf den Tickets eine falsche Uhrzeit steht, löst sich sofort in Wohlgefallen auf. Bereits jetzt scheint das Molotow aus allen Nähten zu platzen. Raum und Stimmung sind hitzig. Eine Band die mir direkt gefällt, weil sie eine tolle Show macht und viel Druck rein bringt. Von denen wird man definitiv mehr hören.

Ich nutze die Umbaupause und mich durchzuwühlen. Die erste Reihe ist ein Muss. Auch wenn dafür eventuell der Körper ein bisschen leiden muss. Erik habe ich im Gewühl verloren. Bereits nach ein paar Minuten existiert sowieso nur noch die Musik. Alles andere ist völlig ausgeblendet. Die Endorphine auf Hochtouren. Wellenförmig geschoben von der Masse und Bewegung im Maximalausmaß. Ich merke wie ich strahle, wie der Moment des Glücksgefühls wie eingefroren scheint. David sagt, Hamburg „ist unsere zweite Heimat“ und hat damit die Hamburger Herzen eingewickelt. Nur ein Kieler Fan vor mir, ist mit dieser Aussage ziemlich unzufrieden.

Michi von Iconographic hält das Konzert mit Fotos und Videos fest. Mit der Kamera sprintet er quer über die Bühne und taucht immer wieder in die Menge ein. An die beiden Lautsprecher links und rechts der Bühne hat er Videokameras mit Gaffa-Tape befestigt. Durch die Hitze im Raum verabschiedet sich die erste bereits nach ein paar Liedern Richtung Boden.

Kurz denke ich über das neue Album KONTAKT nach. Hatte ich doch bereits im Interview erwähnt, dass das Album einen ganz schön „runterbringt“, wundere ich mich nun, dass die Show ganz andere Gefühle auslöst. Nur manchmal durchdringen mich die Textpassagen und wühlen auf. Einer dieser Songs ist ANTHRAZIT. David packt immer wieder einen Geigenbogen aus und streicht sanft über die Bass-Saiten. Gänsehaut bis zum nächsten Stage-Dive. Dann wieder instrumentelles Geballer und Ekstase.
Natürlich lassen es sich FØRT nicht nehmen zum Song PAROLI eine deutliche Ansage zu machen, gegen PEGIDA und die AfD. David ruft auf sich Dagegen zu stellen und gemäß der Textzeile „Auf zwei von denen, kommen zehn von uns. Und bitte.“ auf die Straße zu ziehen. Hier im Raum scheint es, als müsse dies niemanden gesagt werden. Mittelfinger auf die Mitte-Rechts Bewegung. Es folgt „Kampfgeschrei“ im ganzen Raum. Ein großer Teil des Publikums ist textsicher. Mein Highlight auf der Platte ist jedoch LICHTERLOH. Ich muss mich lange gedulden bis der Song gespielt wird. Wow, die Liveshow bestätigt es wirklich eindeutig, dass er mein Lieblingssong auf KONTAKT ist. Es ist einer der Songs, dessen Text mich am meisten bewegt. Obwohl noch VAHALLA folgt, befinde ich mich Gedanken verloren in den Textpassagen von LICHTERLOH.

Setlist:

INTRO
IN BALANCE
ANTHRAZIT
FAUXPAS
BELVERDERE
KONTAKT
PAROLI
ABGESANG
GESCHOLTEN
KLEINAUFKLEIN
D`ACCORD
MANTRA
LEBEWOHL
LICHTERLOH
VAHALLA

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FØRT im Interview mit Erik (testspiel)
FØRT im Interview mit Erik (testspiel)
Alle Bilder © Mareike Reuter (pas sans toi photographie)