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Top Five Videos – Die besten Videos der Woche

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Was ein Heckmeck es diese Woche um Adeles neue Platte „25“ gab! Wieso klingt sie immer noch so traurig? Wieso war sie noch mal so lange weg? Hat sie abgenommen? Und wieso gibt es das Teil nicht auf Spotify? Vor allem im Angesicht letzterer Frage sahen sich einige Nachrichtenportale genötigt, die zugehörige Entscheidung gesondert zu vermelden. Dabei ist daran nicht viel Spannendes zu finden: Adele bringt sich weiter ins Gespräch, in Ermangelung der Möglichkeit zu streamen wird sich die Platte noch besser verkaufen und am Ende gibt es das Album dann auch irgendwann bei Spotify, fertig. Ungleich spannender sind glücklicherweise die folgenden fünf Videos ausgefallen.

5. Arca – Front Load (Regie: Jesse Kanda)

Unsere erste Platzierung heute ist definitiv nicht für den Arbeitsplatz geeignet – umso besser, dass wir diese Liste sonntags veröffentlichen. Angeblich hat Jesse Kanda, zu Zeiten des Debüts „Xen“ noch Stammproduzent von Arca Clips, dieses Mal einfach ungefragt ein Video zu dem Song „Front Load“ gedreht. Statt bizarrer Bootyfiguren gibt es dieses Mal recht viel nackte Haut, versteckt unter Unschärfe und extremen Close-Ups. Erinnert deutlich an den ebenfalls hier prämierten Clip zu „Who’s Gonna Get Fucked First“, von dem ich bereits anmerkte, dass er mich in diesem Jahr verfolgt. Mit ähnlicher Idee, aber frischer Optik weiß „Front Load“ jedoch auch eigenständig zu überzeugen.

4. Romano – Immun (Regie: Jakob Grunert)

Bei Romano ist das Optische mindestens so wichtig wie die Musik; es ist also nur folgerichtig, dass Köpenicks finest regelmäßig in unserer Top Five Liste zu sehen ist. Obwohl, er selbst ist im Clip zu „Immun“ eigentlich gar nicht zu sehen, stattdessen aber ein kleiner Junge, der den Styler auf dem Weg durch Berlins Straßen gibt. Das simple Konzept funktioniert exzellent als Abwechslung vom klassischen Romano-Look.

3. Nao – Bad Blood (Regie: Ian Pons Jewell)

Funk und die Kälte alter Industrieanlagen sind zwei Dinge, die in der Popmusik selten zusammengedacht werden. Die britische Newcomerin Nao wagt den Spagat dennoch und triumphiert mit einer merkwürdigen Geschichte, in der eine nackte Frau durch besagte Kulisse spaziert und Männern Bäume aus dem Körper wachsen lässt. Was? Genau. Ebenso catchy wie verstörend, gerade im Zusammenspiel mit dem unverschämt eingängigen Song.

2. Chvrches – Empty Threat (Regie: Austin Peters)

Chvrches holen für ihr Video zu „Empty Threat“ einen alten Hut aus dem Schrank: Auch Anhänger eher depressiver Jugendkulturen sind in der Lage Spaß zu haben, und wenn man das dann auch noch zeigt, kann man sich recht vortrefflich darüber lustig machen. Ja nun. Chvrches haben es sich zum Glück nicht so einfach gemacht und den Hut ordentlich entstaubt. In ihrer Variation des bekannten Musters fährt ein Haufen Goths in einen Wasser-Freizeitpark und hat dort Spaß. Der Clou daran ist, dass die Charaktere so liebevoll gezeichnet sind, dass man vielmehr mit ihnen als über sie lacht. Zugegeben, auch ein alter Hut. Aber er passt ziemlich gut.

1. David Bowie – ★ [Blackstar] (Regie: Johan Renck)

Schön zu sehen, dass Bowie sich nach seinem würdigen, aber auch behäbigen Comeback „The Next Day“ nochmal aufrafft und es wagt, groß zu denken. „★“, die erste Single des gleichnamigen Albums, experimentiert mit verknobelten Beats, schrägen Saxophonen und einer besonders entrückten Gesangsleistung des Grandseignerus – über zehn Minuten hinweg. Optisch gibt Bowie sich derweil nicht weniger verwirrend: Irgendwas mit Religion, dem Weltraum („Space Oddity“, anyone?), Tod und Vogelscheuchen, was natürlich nicht so recht Sinn ergeben will, aber auch abseits des Bowie-Bonus mit einem sicheren Händchen für Mystik zu überzeugen weiß. Wir sind gespannt, ob und wie das fortgesetzt wird!