Start Musik Tims musikalischer Wochenrückblick KW07

Tims musikalischer Wochenrückblick KW07

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Ich beginne diese Woche lokal. Genauer noch mit einem Hamburger Problem, das einen überregionalen Aufschrei hervorgerufen hat – vollkommen zu Recht! Zardoz Records, der seit Jahrzehnten auf der Schanze etablierte Plattenhändler, soll verschwinden. Zum 1. Juli diesen Jahres endet der Mietvertrag und wird scheinbar trotz aller Einwände nicht verlängert. Somit geht nach dem Dichtmachen von „Championship Records“ und „Burn Out Record Store“ das Plattenladensterben weiter.

Ebenfalls an den Kragen soll es Zweittickethändlern gehen. Darüber wird sich aber wohl, bis auf die Betroffenen, keiner beschweren. So will Google ab kommender Woche eine globale Regelung einführen, bei der festgestellt wird, ob wiederverkaufte Tickets über dem Ursprungspreis liegen. Man ist gespannt.

Aber nun hin zur Musik! Wisst ihr noch, als man sowas wie: „Keine Woche ohne eine Tool-Meldung“¦“ gesagt hat? Der Rang wird der musikalischen Werkzeugkiste momentan scheinbar von den Smashing Pumpkins abgelaufen. Und so sehr ich die Alternative-Rocker auch liebe, hab ich jetzt schon kein Bock mehr, daher ganz kurz: Die Pumpkins gehen auf US-Tour, sogar fast in Originalbesetzung, halt ohne D’arcy Wretzky, die sich darüber auch lautstark beschwert. Man möchte behaupten, dass dort böses Blut fließt.

Viel Herzblut und scheinbar auch ein durchaus gebrochenes Herz gibt“™s bei Joji. Kennt ihr nicht? Naja, wer die Abgründe des Internets kennt, kennt vermutlich Filthy Frank und den Pink Guy. Eine Person, gespaltene Persönlichkeiten; nennt es, wie ihr wollt! De facto steckt hinter beiden George Miller, der nun wiederum seiner Vergangenheit „Tschüss“ sagt und mit dem Projekt Joji Musik macht. Lo-Fi-Beats gefallen mir immer noch gut, daher meine Empfehlung, sich doch mal seine EP „In Tongues“ in der Deluxe-Version reinzufahren.

Ins Herz geschlossen habe ich irgendwie auch Oliver Tree. Ich meine wer kann einen Kiffer-Komödianten mit Pott-Haarschnitt nicht lieben? Okay, vielleicht geht es auch eher um die Musik. Ich glaube vor ein paar Jahren hätte man die noch als „Chillaxed“ beschrieben. Funktioniert für mich, Image hin oder her. Seit heute gibt“™s die „Alien Boy EP“, darauf finden sich ein paar alte und ein paar neue Songs.

Ebenfalls neu ist das Projekt Haggard Cat. Das Hardcore-Rock-Duo sind die Überbleibsel von Heck bzw. früher Baby Godzilla. Aus Heck-Zeiten kann ich behaupten, dass die beiden Garanten für intensive, sehr, sehr nahe Liveshows sind und auch die Musik weiß zu überzeugen. Seit heute gibt“™s die neue Single „Bone Shaker“ auf Ohren und Augen. Sehen lassen kann sich das Video auf jeden Fall:

Selbiges gilt für die neue Single von Moose Blood. Die Emo-Rocker schicken mit „Have I Told You Enough“ einen weiteren Vorboten ihres kommenden Albums „I Don’t Think I Can Do This Anymore“ mitsamt Video in die Welt. Live kann man fünf Mannen im Sommer sehen, das Video zur Single gibt“™s jetzt schon:

Schon heute kann man das neue Pianos Become The Teeth Album mit Namen „Wait For Love“ anhören. Damit emanzipieren sich die einstigen Schreihälse nun in Gänze von ihren gesanglichen Wurzeln, bleiben dem Emo-Thema aber weiter treu. Traurig-Schön könnte man sagen. Wie das klingt kann man im aktuellen Video zu „Love on Repeat“ nicht nur hören, sondern auch sehen:

Viel zu sehen gibt“™s auch beim Nepumuk. Die eine Hälfte von Luk&Fil a.k.a. La Bohème a.k.a. Dummer Lump a.k.a. naja, ihr versteht was ich meine „¦ der Mann hat halt viele Projekte. Wie dem auch sei! Von Nepumuk gibt es jetzt auch einen Film. Passend und auch irgendwie logisch hat der Film einen Soundtrack. Den gibt“™s beim Label Sichtexot stark limitiert auf Kassette oder man guckt und hört direkt den Film. Da gibt“™s nur noch eins zu sagen: „Take two, K.N.O., Villa Kunterbunt steht“™s unbewohnt. Film ab.“

Filme gibt“™s auch bei The xx. Die kuratieren eine ganze Reihe beim internationalen Kopenhagener Dokumentations-Filmfestival. Neben den Filmen wird es auch Q&As geben. Alles unter den Themen Identität, Gender, Performance, Jugendkultur und LGBTIQ.

Mit ähnlichen Themen setzt sich auch die Band The Hirs Collective auseinander. Musikalisch allerdings ein komplett anderes Blatt als The xx. Für ihr neues Album hat die Queer-Kombo gewaltig Unterstützung bekommen. So sind auf dem am 20. April erscheinenden Langspieler „Friends. Lovers. Favorites“ unter anderen Shirley Manson (Garbage), Laura Jane Grace (Against Me) und Marissa Paternoster (Screaming Females) vertreten. Ich bin gespannt. Klingt halt wirklich komplett anders als The xx:

Ähnlich klingen wiederum Dead Cross. Die Supergroup um Mike Patton, Dave Lombardo, Justin Pearson und Michael Crain befinden sich im Studio! Das zeigt jedenfalls Lombardos Facebook-Seite. Produzent ist niemand unbekanntes, sondern Ross Robinson. Dead Cross kommen übrigens auch auf Tour. Ich kann leider nicht hin, aber geht ihr doch alle!

Etwas wie eine Supergroup scheinen gerade auch Wes Borland und Travis Barker zu bilden. Etwas genaueres gibt es bisher noch nicht. Nur Aufnahmen auf Borlands Instagram-Account. Dass es ein Blink Bizkit oder Limp-182 wird kann ich mir aber nicht vorstellen. Vielleicht bin ich aber auch zu borniert.

Borniertheit ist momentan ein gutes Stichwort, wenn es um Slipknot geht! Die wollen nämlich auf gar keinen Fall jemals wieder mit den Foo Fighters auf Festivals auftreten. Als Grund dafür gab Shawn Crahan, der Clown der Maskentruppe, an, dass man seinen Fans treu bleiben müsse. Natürlich würde man andersherum auch neue Fans erreichen, aber die eingefleischten Maggots (so nennen sich Slipknot-Fans, wieder was gelernt!) gingen eben vor. Und die scheinen die Foo Fighters doof zu finden. Also an der Härte der Musik kann es nicht liegen. Die ist bei Slipknot schließlich spätestens nach „Vol.3: The Subliminal Verses“ flöten gegangen. Ach, früher war doch alles besser.

Das dachte sich übrigens wohl auch The Mars Volta Fan „NuggyBunny“ auf Twitter und lobte die Band auf“™s Höchste. Mit seiner Antwort löste Cedric Bixler-Zavala Jubelstürme aus, die scheinbar etwas verfrüht waren. Nun stellte er klar, dass vielleicht doch erstmal At the Drive-In vor einer Mars Volta Reunion Vorrang haben.

Vorrang gibt der gute Left Boy nun scheinbar Gesang und Gitarre. Nach einem Haufen kryptischer Artsy-Fartsy-Videos gibt“™s heute nun das erste neue Song-Material. „Father of God“ versucht sich an Stadion-Melodien und Gesang anstelle von Rap. Funktioniert das? Irgendwie schon. Klingt halt poppig-sommerlich. Eine Rückbesinnung auf alte Stärke würde ich dennoch begrüßen. Die alte Diskussion von künstlerischer Weiterentwicklung will ich aber gar nicht starten.

Reicht jetzt auch, oder? Na gut, einen habe ich noch! Bzw. eine Künstlerin. Lucy Dacus streamte nämlich ihren neuen Song „Night Shift“. Ein, wie ich finde, gar formidables Stück! Gefühlvoller Gesang, eine schöne begleitende Gitarre und dann, ja dann explodiert der Song nach vier Minuten noch mal richtig! Geiles Ding! Die Gute kommt übrigens auch für drei Termine nach Deutschland.

Zum Abschluss noch ein kleines Experiment meinerseits: Einmal folgendes Video ohne Ton gucken, sich die Musik vorstellen und dann mal den Ton anmachen. Viel Spaß und schönes Wochenende.