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Musikvideo der Woche #30: Massive Attack – Come Near Me

Es gibt ja verschiedene Wege, das Medium Musikvideo als Künstler nutzbar zu machen. Gerade für Popstars ist es natürlich wichtig, die eigene Person darüber zu inszenieren, was gleich zwei Vertreter dieser Spezies in der vergangenen Woche unter Beweis stellten. Erst gestern veröffentlichte Rihanna ein Video zum knappen, Skit-ähnlichen „Goodnight Gotham“, in dem sie sich einer Horde Fans übergibt und dabei eine Mischung aus Massenhysterie, Nahbarkeit und Hoheitsanspruch evoziert.

Am anderen Ende der Längenskala verortet sich die optische Umsetzung von Kanye Wests Song „Wolves“, die modentaugliches Bildmaterial mit Aufnahmen einer finsteren Party in Handykameraästhetik kombiniert. Mit dabei ist, ganz im Sinne des mit Maria-und-Joseph-Metaphern hantierenden Textes, natürlich auch Kim Kardashian, ohne dass sich dem Betrachter die Bedeutung des ganzen Treibens vollends erschließt. Dieses Wirrwarr kennen wir bereits vom höchst diskutablen Clip zu „Famous“, der hier vor rund einem Monat zum Musikvideo der Woche gekürt wurde. Der aktuelle Träger dieses Titels ist derweil weit weniger an Selbstinszenierung interessiert, aber nicht minder unheilverkündend:

Massive Attack – Come Near Me (Regie: Ed Morris)

Es ist ein gutes Jahr für Massive Attack, alleine in optischer Hinsicht, wurden sie doch bereits mit dem Clip zu „Take It There“ in der vorliegenden Rubrik prämiert. Auch dort setzten sie auf jene diffuse Verstörung, die nun das Video zu „Come Near Me“ erneut beschwört; dieses Mal sind es jedoch gleich zwei Menschen, die in ein unklares Verderben gejagt werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf dem weiblichen Part des Duos, dargestellt von Arta Dobroshi, die sich – stets Blickkontakt zu ihrem männlichen Konterpart haltend – rückwärts durch die Szenerie bewegt.

Bereits wenige Sekunden, gerade im Zusammenspiel mit dem minimalistischen, durch ein Ghostpoet Feature glänzenden Song, genügen, um die gespenstische Situation klar als solche auszuweisen. Abgerundet wird diese spezielle Atmosphäre durch ein „Unfinished Sympathy“ Cameo, mit dem Massive Attack das Video fest in der eigenen Diskographie verankern und zugleich noch einen Tacken beunruhigender machen. So viel Selbstreferenzialität muss erlaubt sein.

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Sebastian
Aus Saarbrücken, in Münster, immer auf Testspiel, manchmal auch hier: http://mordopolus.tumblr.com/

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