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Fantasy Filmfest Reviews – 3 from Hell

Das war es – das Fantasy Filmfest 2019. Wie jedes Jahr gab es wieder Filme, Filme ach und auch Kurzfilme! Während meines Urlaubs konnte ich das Gesehene mal so richtig sacken lassen. Denn nicht alles, was man auf dem FFF sieht ist leicht verdaulich. Entgegen der Chronologie des Hamburger Timetables beginne ich meine Review-Reihe mit meinen Eindrücken von Rob Zombies neuester Grindhouse-Ode „3 from Hell“.

Nun ist es ja so, dass Herr Zombie als Regisseur schon fast mehr spaltet, als als Musiker. In vielerlei Hinsicht standen seine Familie-Firefly-Filme „Haus der 1000 Leichen“ und „The Devil’s Rejects“ aber immer recht gut da. Feinster White-Trash-Terror! Zunächst klassisch, aus der Sicht einer Teenager-Gruppe, die vom Firefly-Clan heimgesucht werden. Dann aus der Sicht der Killer, die so schon fast sympathisch wirken – Tutti Frutti Ice Cream – und nun – tja nun gab’s Teil Drei.

Zombies neuester Streich setzt da an, wo The Devil’s Rejects aufgehört hat. Nämlich mit dem Tod von Captain Spaulding, Otis und Baby. Der wird allerdings in feinster „Who the fuck cares“-Manier revidiert und somit die Bühne für die Rückkehr der Familie vorbereitet. Die findet sich nach erfolgreicher Genesung mit den Anklagen unzähliger Morde konfrontiert und somit im Knast wieder.

Nun ist es so, dass in den beiden vorangegangenen Filmen Sid Haig aka Captain Spaulding eine tragende Rolle spielte. Der Killer-Clown war nicht nur Firefly-Oberhaupt, sondern auch Publikumsliebling. Und das nicht grundlos. Die Rolle von Spaulding war dem Genre-Schauspieler wie auf den Leib geschneidert. Eine Hochzeit für die Ewigkeit. Und das sage ich nicht nur leichtfertig dahin! Denn trotz seiner schweren Krankheit, die man Haig im Film stark ansieht und der er vor einigen Wochen leider erlag, stiehlt er mit seinem kurzen Auftritt im Film doch irgendwie den anderen die Show.

Ein Monolog, der vermutlich noch öfter in Horror-Kreisen und unter Grindhouse-Liebhabern zitiert werden wird. Und hier zeigt sich auch das größte Problem in 3 from Hell. Ich möchte mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen, dass Haig den Film zum Diamanten geschliffen hätte. Aber er fehlt der Dynamik und darüber kann leider auch nicht Richard Brake hinwegtrösten, der darstellerisch einiges versucht um die hinterlassene Lücke zu füllen.

3 from Hell fehlt der Biss. Die Gewalt ist zu irrelevant, die Stücke dazwischen zu träge und am Ende stellt sich das Gefühl der Müdigkeit ein. Vermutlich sind die Fireflys es auch selbst. Das ewige Morden und Flüchten geht einem vermutlich irgendwann an die Essenz. Der Film punktet aber auch durchaus in ein paar Aspekten. Zombie hat seinen Look wieder souverän durchgezogen. Alle Charaktere sehen irgendwie eklig aus. Schmutzig. Schwitzend und ungewaschen. Die Klamotten, Fingernägel und Zähne sind ungepflegt und dreckig und auch die vermeintlichen Opfer der Familie haben immer etwas Abstoßendes an sich. Und auch sonst ist der Grindhouse-Look etwas, was dem Film Seele gibt.