Start Lifestyle Chiemsee Summer: Insgesamt 400 Tonnen Müll wurden abtransportiert

Chiemsee Summer: Insgesamt 400 Tonnen Müll wurden abtransportiert

Wie viel Kilogramm Müll pro Tag und pro Festivalbesucher am Tag sind vertretbar? Ich habe mir mal die Zahlen vom Chiemsee Summer und ein paar anderen Festivals angeschaut.

Chiemsee Summer Müll

Als wir vor ein paar Tagen die Bilder von den Müllbergen nach dem Chiemsee Summer Festival zeigten, war die Aufregung groß und gespalten. Viele Besucher und Leser zeigten Verständnis dafür, dass von einigen Besuchern aufgrund des schlechten Wetters und des schlammigen Bodens sowie des schlechten Organisation der Müll einfach an Ort und Stelle dagelassen wurde. Andere, zu denen ich mich auch zähle, entrüsteten sich über dieses Verhalten aus ebenso vielen Gründen.

Chiemgau24 hat von ein paar Tagen, Zahlen zum Müll genannt: Rund 75.000 Euro hat der Abtransport von 400 Tonnen Müll von dem Gelände des Chiemsee-Summer Festivals in Übersee gekostet. Laut Hans Uhrmann vom Maschinenring Traunstein, der die Aufräumarbeiten auf dem Festivalgelände leitete, sind dies etwa 66 Container – fast dreimal so viel wie im Vorjahr gewesen.

Damals waren es rund 140 Tonnen. Allerdings lief das Festival dieses Jahr auch zum ersten Mal fünf Tage lang und nicht wie in den Vorjahren nur drei Tage. Außerdem machte der viele Schlamm den Müll noch schwerer, so Uhrmann.

Okay, dann rechnen wir mal. Bei angenommenen 30.000 Besuchern hat jeder der Besucher im Schnitt 13,33 Kilo Müll inklusive Schlamm hinterlassen. Und das ist weniger als der gemeine Hurricane Festival Besucher 2013 hinterließ. Dieser hinterließ nämlich 15 Kilo mit oder ohne Schlamm. Fair enough, wenn meine Rechnung also stimmt, dann sind die rund 13 Kilo eher das übliche Maß an Müll heute.

Alles also nicht so schlimm? Nein, denn 2006 hinterließ z.B. jeder Hurricane Festival Besucher 2006 durchschnittlich nur vier Kilo Abfall. Und jetzt kommt mir nicht damit, dass heute mehr Dosenbier als früher gesoffen wird oder die Einweggrills inzwischen aus Gusseisen sind. Ich glaube, hier geht eine Sorte von Festivalbesuchern anders mit dem Thema Müll um. Dass z.B. ganze Campingausrüstungen wie beim Chiemsee Summer liegengelassen werden, ist meiner Meinung nach eine neue Entwicklung. Ein Verhalten, dass allen Besuchern schadet, denn eins dürfte doch wohl klar sein: Je mehr Müll, je höher die Kosten, die am Ende die Besucher und nicht der Veranstalter tragen werden.

Noch ein paar Zahlen zum Vergleich: Bei Rock im Park sprach der Veranstalter bei etwa 70.000 Besuchern von weniger als ein Kilogramm Müll pro Tag und Besucher (< 4 Kilo). Beim letzten Rock am Ring Festival fielen geschätzte 15 Kilo pro Person an. Und beim Rock’n’Heim sind bei 35.000 Besuchern rund 5,7 Kilogramm pro Kopf angefallen. Einsame und positive Spitze dürfte übrigens das Gurtenfestival in der Schweiz sein. Pro Besucher fallen täglich nur 300 Gramm Abfall an. Und diese bleiben auch dank eines Belohnungssystems nicht liegen. Es geht also auch anders, wenn Veranstalter und Besucher wollen.