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Albumkritik: Nachtbrot – Turbostaat

Turbostaat (Foto: ©Andreas Hornoff)

Ich weiß noch, wie ich das erste Mal Notiz von Turbostaat nahm. Und nein, das wird jetzt kein überromantisiertes „damals ’99 in Husum oder Flensburg“ – nein, es war das Video zu „Harm Rochel“ auf MTV. Also nein – ich bin kein Fan erster Stunde, aber seit diesem Moment habe ich auch kein Album und Live-Auftritt in Hamburg ausgelassen.

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Nun, über 10 Jahre später, veröffentlichen die fünf Punkrocker mit dem gewissen Extra ihr erstes Live-Album „Nachtbrot“. Aufgenommen wurde die Scheibe an drei Abende im Leipziger Conne Island. Um kurz die Eckdaten abzuhandeln: 21 Lieder, 82 Minuten, erhältlich als Doppel-LP mit Fotoband und CD mit Booklet.

Als Band, die sich mittlerweile mit ihrer Musik vollkommen zu Recht als Instanz etabliert hat und als familiäres Happening auf und vor der Bühne bekannt ist, schwingen bei einem Live-Album natürlich auch gewisse Erwartungen mit. Am Ende will man doch das Beste aus zwei Welten: Guter Klang, wie vom Band gewohnt und das eben angesprochene Gefühl vom Live-Auftritt.

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„Nachtbrot“ steht vor allem für das Vermächtnis der Band bis zum heutigen Stand. Ein Reise durch alle sechs Alben, 21 Hits. Jedenfalls sofern man bei Turbostaat von Hits sprechen kann. Die Gratwanderung zwischen Weltschmerz des kleinen Mannes und der großen Sozialkritik ist schließlich stets gegenwärtig. Die Setlist lässt mich jedenfalls nichts vermissen. „Tut es doch weh?“, „Fraukes Ende“, „Ruperts Gruen“, „Schwan“, „Harm Rochel“ und „Insel“ – alle dabei, alles mit charmantem Live-Flair.

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Ich selbst verbinde vieles mit den Turbostaat-Konzerten, die ich besucht habe. Freunde, Verflossene, Magic Moments und viel Bier – ebenso skeptisch war ich beim Hören des Albums. Ich meine wie kann ein Live-Album jemals das abbilden, was man selbst mit allen Sinnen erfahren hat? Und das schafft „Nachtbrot“ auch nicht. Dafür schafft „Nachtbrot“ aber die Vorfreude auf ein erneutes Wiedersehen mit jedem Hören zu steigern. Wieder mitzugröhlen, ohne dabei die Nachbarn zur Weißglut zu bringen. Die Gänsehautmomente mit anderen genießen und bei „Insel“ mittendrin zu stehen. Husum verdammt nochmal!

Turbostaat Tourdaten

11.01.19 Flensburg – Releasekonzert @Volksbad (ausverkauft)
12.01.19 Husum – Speicher (ausverkauft)
14.02.19 Hamburg – Markthalle
16.02.19 Jena – Kassablanca
19.02.19 Köln – Gloria Theater
21.02.19 Stuttgart – Universum
23.02.19 Göttingen – MUSA
13.03.19 Münster – Sputnikhalle
16.03.19 Hannover – Faust
19.03.19 Berlin – SO36 (ausverkauft)
21.03.19 Dresden – Beatpol
22.03.19 Erlangen – E-Werk
07.09.19 Wiesbaden – Angst Macht Keinen Lärm @Schlachthof

Tim
Manchmal etwas zu viel von Rob Gordon, manchmal zu wenig. Hamburger durch und durch.

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