Start Kritiken Nothing But Thieves besuchen Hamburg und die Große Freiheit 36 steht Kopf!

Nothing But Thieves besuchen Hamburg und die Große Freiheit 36 steht Kopf!

Als der Auftritt von Nothing But Thieves vom Mojo Club in die Große Freiheit 36 verlegt wurde, war ich ehrlich gesagt etwas verdutzt. So ein großer Club nach gerade mal zwei Alben? Ja, so ein großer Club nach gerade mal zwei Alben!

Über die Wahl der beiden Vorbands kann man streiten. Während Airways noch eher in die spätere Kerbe des Headliners schlugen, wirkten The XCERTS für mich eher deplatziert. Erinnert sich noch jemand an die All American Rejects, nein? Nicht schlimm. Aber für einen musikalischen Vergleich zu The XCERTS sind die allemal gut.

Nachdem beide Acts das recht jungen Publikum angewärmt hatten, war es endlich soweit! Die Lichter der Großen Freiheit 36 erloschen und die Diebe betraten die Bühne. Dem frenetischen Geschrei der Masse nach zu urteilen, hat die Band ihrem Namen schon alle Ehre gemacht und einige Herzen gestohlen – man verzeihe mir den grausamen Witz.

Bereits mit dem Opener „I’m Not Made by Design“ wurde die Marschroute für den Abend gesetzt. Und wie schon eingangs angedeutet: Wow, ich bin begeistert! Es ist lange her, dass ich gesehen habe, wie eine Band vom ersten, bis zum letzten Ton einen kompletten Club in ihrer der Hand hat.

Bis zum zehnten Song des Abends bot das Quintett einen guten Mix aus beiden Alben, inklusive des Hits „Trip Switch“. Dann kam Song 10. Eine musikalische Hommage und gleichzeitig auch irgendwie eine Bewährungsprobe für die Zuschauer.

Das „Where is my mind“ Cover. Natürlich hat mein Mitgröhlen aus voller Kehle die Situation für niemanden unbedingt besser gemacht, aber auch darüber hinaus konnte das Publikum scheinbar nichts mit den Klassiker anfangen. Irgendwie traurig. Also, wer das hier liest und das Original nicht kennt: Anhören, vor den Pixies verneigen und weiterlesen!

Mit dieser kleinen Ausnahme ging es dann aber fulminant weiter und so spielte die Band gekonnt ein Werk nach dem anderen. Es wurde getanzt, mitgesungen und als Sänger Conor dann noch allein auf der Bühne, nur mit der Akustikgitarre, zwei Songs zum Besten gab, auch geschmust.

Nach einer kleinen Zugabe verließen Nothing But Thieves dann final die Bühne und ließen ein seliges Publikum davor zurück. Ich bin nach wie vor begeistert, wie eine Band nach gerade mal zwei Alben so überzeugend professionell und dennoch frisch und energetisch sein kann. Die Große Freiheit 36 war vollkommen zurecht ausverkauft und ich prognostiziere den britischen Rockern eine noch rosigere Zukunft.

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Tim
Manchmal etwas zu viel von Rob Gordon, manchmal zu wenig. Hamburger durch und durch.

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