Start Musik Movements im headCRASH - echter Schweiß, falsche Emotionen

Movements im headCRASH – echter Schweiß, falsche Emotionen

Mit der Emo-Musik ist es so eine Sache. Das Genre als solches ist technisch gesehen nicht sonderlich eindrucksvoll. Wenig herausfordernde Gitarrensoli oder krasse Schlagzeug-Arbeit. Das Kernelement der Musik ist der Gesang. Die Emotionen, die Texte, Stimme und im Idealfall auch die Band in ihrer Performance rüberzubringen wissen.

Foto: Peter Detje / lostrealistphotography.com

Auf ihrer Europa-Tour machten die vier Buben von Movements auch im Hamburger headCRASH halt. Vorband an diesem Abend sollten Pærish aus Frankreich sein, die mit ihrem Indie Rock, der auch gerne mal etwas ausufert, die Zuschauer vor der Bühne anzuheizen wussten. Dem Genre-Hörer sollten Songs wie „Undone“ und „Party“™s over, Biff“ jedenfalls nicht unbekannt sein.

Gegen 21 Uhr betraten dann Movements die Bühne. Die Set-List umfing sowohl Lieder ihrer EP „Outgrown Things“, als auch Songs der letztjährigen Platte „Feel Something“ – Output, der zu überzeugen wusste UND vor allem mein Interesse an der Live-Performance des Vierers aus Kalifornien weckte.

Hits wie „Daylily“ oder „Nineteen“ wurden genauso sicher und albumgleich vorgetragen, wie alle anderen Titel an diesem Abend. Das Publikum sang mit und tanzte, gelegentlich wurden sogar Löcher ins Publikum gerissen, um Raum für mögliche Circle-Pits zu starten. Diese fanden allerdings nie statt.

Stellenweise wirkte es an diesem Abend einfach so, als wenn das Publikum nicht genau wusste, was es jetzt genau wolle. Als wenn nicht so richtig an einem Strang gezogen wurde – was für mich außerdem ein Abbild der Performance von Movements darstellt.

Die Musik war genauso, wie produziert und dann auf einem Medium der Wahl hörbar. Keine Ecken, keine Kanten. Eben wie auf CD. Die eingangs, als so existenziell dargestellte, emotionale Tiefe fehlte komplett. Die Bühnenshow der Band könnte man als statisch und wenig authentisch beschreiben. Das heißt nicht, dass der Auftritt der Band in Gänze schlecht gewesen ist, allerdings fehlte mir das Plus, was für mich wiederum Emo ausmacht. Töne, die mal nicht sitzen, weil sich jemand in der Aussage des Songs verfangen hat. Einem Sänger, dem die Stimme wegbleibt oder einfach zusammenfassend: Der Dreck auf der musikalischen Linse.

Movements boten eine polierte High-Gloss-Show, mit Gesten für die großen Bühnen. Leider sind sie damit ihren Shows und der Größe ihrer Konzerte noch etwas voraus – aber wie sagt man so schön? Was nicht ist, kann ja noch werden.

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Tim
Manchmal etwas zu viel von Rob Gordon, manchmal zu wenig. Hamburger durch und durch.

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