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Fünf Sterne Deluxe im Huxley’s in Berlin – Tonight we’re gonna party like it’s 1999…

Fünf Sterne deluxe

Ein familiäres Gefühl macht sich breit, als ich das Huxley’s betrete. Die nette Securitydame bemerkt meinen zerknirschten Blick und beteuert mir, dass ihr Tascheninnenleben noch schlimmer aussieht als meins, das Mädel an der Garderobe macht sich Sorgen, dass meine Jacke zu dünn ist und sowieso macht es den Eindruck als würde hier jeder jeden kennen und mögen. Ob das an den ersten Rauchschwaden liegt, die noch vor Konzertbeginn durch die Halle wabern mag ich nicht zu beurteilen – wohlzufühlen scheint sich hier aber jeder.

Als dann mein alter Braunschweig-Freund MC René als Support die Bühne betritt (das familiäre Gefühl bleibt also) kommt Bewegung in die Halle. Seit den 90ern ist er einer der bedeutendsten deutschen Freestyler überhaupt und zeigt auch heute wieder das Talent, die momentane Situation ad hoc aus der Hüfte schießen zu können. Das scheint vor allem bei den Frauen gut anzukommen: es landet doch wirklich ein BH auf der Bühne!

Bei dem Hauptact des Tages dann gibt es zwar keine Wurfwäsche, dafür aber zumindest drei uns schon lange bekannte Gesichter: Tobi Tobsen, Das Bo und DJ Coolmann. Der vierte im Schlepptau, Luis Baltes, ist noch nicht allzu lange dabei, dafür aber schon bestens im Deluxe-Kreis aufgenommen.
Das Bühnenbild kann rundum als grandiose Idee bezeichnet werden – das suggeriert nämlich, dass sich die Sterne-Jungs in einem Handydisplay befinden, welches von zwei Händen gehalten wird, als würden wir selbst filmen. Lustigerweise scheint genau das zu funktionieren – ich habe in den letzten Jahren selten so wenige Mitfilmer entdecken können.

Sowieso macht die Optik einiges her. Die vier warten mit einem unglaublichen Kostüm- und Outfitfundus auf. Gefühlt nach jedem zweiten Song wird der Style geändert und in der Halle wird gemunkelt, dass es während dieser Show mehr Kostümwechsel gibt als bei einem Madonna-Konzert.
Dank dem Neumitglied Luis wird uns in den Umzugspausen nicht langweilig, der schafft es nämlich, mit unglaublichen Beatbox-Skills zu beeindrucken.

Insgesamt ist das hier heute eine sehr angenehme Mischung aus alten und neuen Titeln, wobei man zugeben muss, dass bei den alten Brettern wie „Die Leude“, „Ja, Ja…deine Mudder“ und dem finalen Song „Türlich, Türlich“ von Das Bo erst richtig nostalgisch eskaliert wird. Bis dann die Reise zurück in die Endneunziger beendet ist und wir türlich türlich wieder ins 2019-Zuhause müssen.