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„Es war ein ganz ganz großes Glück, dass wir uns gefunden haben“ – Leoniden im Interview + Konzertbericht

An dieser Band wird bald keiner mehr vorbei kommen, so viel ist klar. Seit einigen Jahren erobert sie vom wahren Norden Deutschlands aus zunehmend die Herzen einer wachsenden Fangemeinde. Die Leoniden aus Kiel sind Sänger Jakob, Keyboarder Djamin, Bassist JP, Schlagzeuger Felix und sein Bruder Lennart an der Gitarre. Die Indie-Band veröffentlichte im Oktober 2018 ihr zweites Album „Again“ über ihr eigenes Label „Two Peace Signs“, nachdem ihr selbstbetiteltes Debüt von Februar 2017 bereits für helle Aufregung in der deutschen Musiklandschaft sorgte. Regelmäßig ausverkaufte Shows, als Support für die Donots und gerade frisch bestätigt in diesem Jahr für AnnenMayKantereit, mit denen sie sich den gleichen Booker teilen, sind nur einige der gern gesehenen Nebenwirkungen ihres wachsenden Erfolgs. Die Leoniden, gegründet als Schülerband, bekamen 2014 mit Jakob ihren Sänger, der für sie aus Hamburg nach Kiel zog. Die Bereitschaft für die Band das eigene Leben umzukrempeln und die Freundschaft untereinander sind zwei der elementaren Eckpfeiler der Band und Gründe für ihren Erfolg, der sie dem Indie-Olymp immer näher bringt. Ihre Qualitäten als Live-Band sprechen sich mittlerweile immer schneller herum. Wir waren beim Auftritt der Leoniden in Hamburg im Rahmen ihrer „Kids Will Unite Tour 2019“ in der Großen Freiheit 36 dabei, waren beim Soundcheck vor der ausverkauften Show und haben uns mit Jakob über das neue Album „Again“, Überzeugungen einer DIY-Band und die Nähe zu ihren Fans unterhalten.

Nicht ohne meine Crew

Beim Soundcheck der Leoniden geht es trotz höchster Professionalität nicht gerade ernst zu. Konzentriert und fokussiert sein, bedeutet nicht ungleich Spaß haben und ausgelassen sein. Die Band und ihre Crew sind seit ca. 8 Uhr morgens auf den Beinen, saß für die Anreise in Hamburg bereits stundenlang im Tourbus und hat einen kompletten Upload des Springers mit dem Bühnenequipment hinter sich. Jakobs Energie scheint dennoch unerschöpflich und er springt wie wild beim Soundcheck auf der Bühne rum. Lichttechniker Joni erklärt derweil Djamin mit gespielter Ernsthaftigkeit die richtige Position des Plastik-Dinos auf der Box, um ihn richtig anleuchten zu können. JP hingegen geht schon beim Soundcheck voll in den Liedern auf und schließt die Augen, während er sich mitwiegt. Felix sitzt stoisch am Schlagzeug, während Djamin immer wieder von der Bühne springt. Lennart blödelt nicht herum, lächelt aber über die Späße seiner Kollegen, versinkt im nächsten Moment aber wieder in seinen Gedanken.

Erst beim Auftritt wird er mehr als aus sich herausgehen. To be continued. In der Zwischenzeit kickt Jakob weiter munter über die Bühne. Was kaum steigerungsfähig scheint, wird er beim Auftritt noch toppen. Bis sich in dreieinhalb Stunden die Türen öffnen, bleibt noch Zeit für ein Interview.

Wie ist es für dich heute in Hamburg zu sein? Du bist ja vor ein paar Jahren für die Band von hier aus nach Kiel gezogen, der Geburtsstadt der anderen.
Schön! Wenn man einmal schräg über die Reeperbahn schielt, ist man da, wo ich früher gewohnt habe. Ich finde das cool, aber ich vermisse Hamburg auch nicht. Es ist ja auch nah dran, wenn man in Kiel ist. Ich bin aber generell eher „Städte-unsensibel“ und fühle mich schnell irgendwo wohl.

Wie ist es heute Abend vor 1.500 Menschen in der Großen Freiheit zu spielen? Bereitet ihr euch da anders vor?
Nein, wir bereiten uns immer gleich gut vor.

Diese Einstellung zeichnet euch aus: Ihr seid sehr diszipliniert – dazu gehört auch mal um 4 Uhr aufzustehen – seid am Touren oder arbeitet an neuer Musik. Woher kommt dieser Ehrgeiz?
Das kann ich gar nicht richtig erklären. Da kommen viele Faktoren zusammen. Zum einen sind wir einfach solche Typen, die „maniacmäßig“ alles gerne perfekt machen und einen krassen Drang in uns tragen immer besser zu werden. Zum anderen, dass wir uns gefunden haben und gegenseitig pushen, das ist auch wichtig. Nicht zuletzt unser Zusammenhalt, dass wir im Erwachsenenalter die Entscheidung getroffen haben, das mit der Musik dann auch richtig machen zu wollen. Nicht so hobby-schluffi-mäßig im Proberaum erstmal einen Kasten Bier zu leeren, sondern Arbeit daraus zu machen, die einem Spaß macht und darum zu kämpfen in Deutschland mit seiner Musik Fuß zu fassen.

Ihr seid ja auf einem gutem Weg dahin.
Schönerweise!

Wie hält man so eine Tour durch?
Es ist mega anstrengend, was wir machen, aber wir sind viele Leute und fangen uns gegenseitig auf. Wenn einer schwach ist, zieht er anderthalb Stunden am Tag durch und geht dann ins Hotel bis er wieder gesund ist, während die anderen ihm den Rücken frei halten. Das Adrenalin und die Glücksgefühle, die wir ausschütten, sind einfach gesund.

Der DIY-Charakter ist bei euch ein wesentlicher Bestandteil, ihr sagtet mal, ihr seid im Herzen Punk – wo wären bei eurem wachsenden Erfolg für euch Grenzen, was würdet ihr aus Überzeugung nicht machen?
Wenn neue Leute ins Team kommen, weil wir normale Menschen sind, die merken, dass man mit seinem Arbeitspensum auch an seine Grenzen kommt, sind es Leute, ob im Booking oder beim Label, mit denen wir reden oder auch streiten können. Wir müssen mit den Menschen, mit denen wir eng zusammen arbeiten, quatschen können, weil das Thema viel zu emotional für uns ist. Diese Regel würden wir nicht brechen, weil es sich sonst sehr schnell sehr falsch anfühlen würde. Wir würden zum Beispiel auch nichts bzw. niemanden supporten, den wir richtig kacke finden. Und wir lassen uns politisch nicht verdrehen oder neutralisieren. Es gibt zunehmend mehr Leute, die uns zuhören oder unsere Instagram-Story verfolgen. Wir wollen das Politische nicht verlieren und würden nicht mit Grauzone-Bands zusammen spielen.
Für das ganz autarke Band-1×1 würden wir uns zum Beispiel nicht vorschreiben lassen, was wir anziehen oder was wir singen sollen, lassen uns beim Songwriting nicht reinreden oder arbeiten mit Produzenten zusammen, die uns erzählen wollen was wir zu tun haben.

Umso größer die Veranstaltungssäle werden, umso teurer werden ja auch die Ticketpreise. Ist das etwas, worüber ihr euch Gedanken macht?
Ja, klar. Aber die Ticketpreise legitimieren wir mit steigenden Produktionskosten. Mittlerweile sind die Tickets mit 20€ doppelt so teuer wie früher, als es noch 10€ waren. Aber, wenn man einen Haufen Konfetti verschießt oder ganz viel Licht mieten muss, kostet das was. Wir würden aber keine unfairen Preise verlangen.

Hättet ihr auch mal richtig Bock auf eine Show á la Rammstein mit mächtig viel Pyrotechnik?
Wenn was brennt, ist schon cool, aber irgendwie auch affig. Wir haben einen guten Kompromiss, der laut Brandschutzordnung als Wunderkerzen durchgeht, weil die nur so ein Granulat versprühen und das haben wir ganz gerne mal dabei. Das finden wir schon lustig. Wenn es brennt oder glitzert, schockt das einfach. Wir brennen auf jeden Fall im metaphorischen Sinne.

Jedes Mal 100% zu geben bei dem Pensum, das ihr habt – wird das irgendwann zur Routine oder ist die Ekstase auf der Bühne Teil eures Selbstverständnisses?
Ganz genau. Auch in dieser Stresssituation, wenn man körperlich an seine Grenzen stößt, wächst der eigene Challenge-Gedanke und man ballert da durch. Natürlich gibt es auch immer diese zwei Konzerte auf einer Tour, bei denen ich mich mit Aspirin Komplex pushen muss, aber dann geht es auch. Wir sagen immer: Der Rock wird uns heilen (grinst). Weil wir diesen DIY-Background haben, haben wir einfach ein Verständnis dafür, was selbstverständlich ist und was nicht. Was wir erleben dürfen, ist ein großes Privileg, ein großes Abenteuer. Wir werden jeden zweiten Abend gefragt, was unser Gitarrist auf der Bühne nimmt, aber wir sind einfach drogenfrei. Es wäre die langweiligste Geschichte auf der Welt, wenn wir bis oben hin mit Koks voll wären. Gerade Lennart ist einfach immer noch so aufgeregt wie vor drei Jahren und richtig Eminem „8 Mile“-mäßig unterwegs vor Konzerten. Es ist wirklich ganz simpel: Wir lieben es einfach auf der Bühne komplett aus zu ticken.

Euer Zusammenhalt ist extrem stark bei euch. Was macht eure Freundschaft aus?
Wir sind nicht nur Freunde, sondern eine Familie und dadurch auch eine Schicksalsgemeinschaft. Bei Freunden suchst Du dir aus wann Du sie siehst und wann nicht und das gehört zu einer Freundschaft auch dazu. Wir sehen uns jeden Tag und gehören einfach zusammen. Auf eine andere Art und Weise sind wir auch eine Firma, die mit anderen Firmen zusammenarbeitet. Wenn Du mit jemanden so intensiv zusammen Musik machst, muss das jemand sein, mit dem Du über all deine Probleme reden kannst, über deine leidenschaftlichen Visionen von Kunst bis Kultur und mit dem Du gleichzeitig auch 15 Stunden zusammen im Auto sitzen kannst. Das ist mehr als durch Dick und Dünn gehen. Das ist der Grund warum wir immer noch so viel Spaß auf Tour und miteinander haben. Es war ein ganz ganz großes Glück, dass wir uns gefunden haben.

Das macht vermutlich auch die Authentizität bei euch aus, wenn man sich eure Stories auf Instagram und die Blödeleien darauf anguckt.
Djamin ist halt einfach so. Ich heule jeden Morgen, wenn ich mir die Story angucke. Das ist einfach ein fantastischer Typ.

Ist euch diese Nahbarkeit, die ihr mit der Story zu den Fans aufbaut, wichtig?
Ja. Aus ganz vielen Gründen. Aus der Fanperspektive haben wir das selbst gerne, weil auch wir Bands hinterher getourt sind, wenn wir ganz große Fans waren. Wir nehmen unsere Kunst und Musik zwar sehr ernst und streiten uns da manchmal bis auf die Knochen, aber wollen uns nicht wie allürenhafte Kunstfiguren benehmen und unerreichbar tun. Das passt nicht zu uns. Wir bekommen dafür ganz viel Liebe zurück und das Tollste, was ich gehört habe, war, dass wir eine inklusive Band sind. Es kommen wirkliche alle Menschen zu uns, nicht nur Großstädter, die eine coole Band auschecken wollen oder Altrocker, sondern Fans, die bei uns zusammen tanzen oder ihr erstes Konzert erleben können. Das ist das Schönste was es gibt: Dass wir keine ausgrenzende Band sind.

Wie beendet ihr einen Streit?
Irgendwann. Wenn einer nicht mehr kann oder alle zufrieden sind. Wir sind schon richtig krasse Freaks. Ich wünsche euch nicht, da einmal dabei zu sein, weil wir komplett gestört sind. Es kann wirklich sein, dass wir drei Tage jeweils acht Stunden lang nur über den Hi-Hat-Sound diskutieren.

Hast Du ein persönliches Lieblingslied von eurem neuen Album „Again“?
Definitiv nicht, dann hätte ich etwas falsch gemacht. Ich liebe sie alle und es gibt keinen Song, der mir auf die Nerven geht.

Wie kommt es zu der Titelgebung eurer Songs? Sie sind in der Regel ja kurz und knackig.
Das entscheiden wir immer zusammen und ist im Grunde eine gute Analogie zu dem, was wir sonst so machen. Wir mögen es kompakt. Wir spielen live auch lieber 60 als 90 Minuten und schreiben lieber kurze, gute Songs, anstatt welche, die Längen haben. Wir sind einfach auch ungeduldig.

Ein kleines Fragespiel…
Ja!
…auf das Du nur ein-Wort-Antworten geben darfst.
Oh nein! Das ist voll schwer. Bevor wir diese kurzen Titel finden, haben wir vorher meistens 8000 Worte gewechselt. Aber ich gebe mir richtig Mühe.

Beschreib die Leoniden in einem Wort.
Nein. (lacht) Ist nicht die Antwort, wenn man uns in einem Wort beschreiben kann, haben wir was nicht richtig gemacht?

Na gut, dann sagen wir erste Assoziation.
Dann Indie. Wir sind independent und eine Indie-Band und machen Indie-Musik. Was würdest Du denn sagen, wenn Du schon so eine fiese Frage stellst?

Na, lit natürlich. Leoniden in einem Wort: lit.
Aaaah! (lacht) Ja! Oder Fun, Fun, Fun!

Jetzt läuft es! Nenn etwas, was dich glücklich macht.
Musik! Konzerte! Beides.

Eine Sache, die auf keiner Tour fehlen darf.
Djamin.

Beschreib die anderen mit einem Wort.
Felix ist definitiv ein Metronom.
Für JP mache ich ein Faß auf, weil der eine unglaubliche schöne Sprechstimme hat. Und er ist unser Technikfuchs.
Lennart ist einfach Maniac. Ich liebe ihn. Er ist Dr. Jekyll und Mr. Hyde in einem und trotzdem der Schlaueste von uns.
Djamin ist einfach superwitzig.

Dein Lieblingsgetränk?
Kaffee. Aber auf Tour Ingwertee.

Zurück zu eurem Album „Again“. Auf „Why“ oder „Kids“ spielen Chöre keine unwesentliche Rolle. Wie kam es dazu?
Es gibt auf „Again“ mehr chorige Einsätze als auf dem ersten Album. Da diente der Chor mehr zur Dopplung. Bei der Single „Why“ lassen wir den Chor auch alleine singen. Chöre sind einfach etwas schönes. Wenn die Leute mitsingen auf Konzerten ist das einfach das Beste. So etwas einfaches wie Mitsingen oder Mitklatschen mit Anderen macht einfach glücklich. Das kriegen wir aufs Album, indem wir unsere Freunde aus Kiel fragen, ob sie Lust haben auf unserem Album mitzusingen.

Bei „Why“ spielt im Video Fred der Hamster die Hauptfigur. Wie kam es zu dem Comic dazu?
Wir haben diesen Künstler Andreas Rusch bei Instagram gefunden und haben ihn einfach gefragt, weil wir uns an animierte Musikvideos von früher erinnert haben. Andreas Rusch hat so einen angenehmen modernen Touch in Pixel-Art und wir wollten dazu ein süßes Video haben von einem Hamster, der aus dem Hamsterrad ausbricht und von mir zu einem anderen Planeten geflogen wird. Das hat Andreas Rusch ganz toll gemacht.

Wieso der Name Fred?
Das haben wir auf Instagram entscheiden lassen. Ich war tatsächlich für Kurt. Wir haben einen kleinen Fred geschenkt bekommen auf der Tour. Ein Hamster-Kuscheltier mit Astronautenhelm, das war süß!

Auf der Single „Alone“ von eurem neuen Album geht es ums Alleinsein – wie oft seid ihr wirklich mal allein?
Sehr wenig. Aber die Musikindustrie hat dafür gesorgt, dass Alleinsein negativ konnotiert ist und Nicht-Teilnahme bedeutet. Aber schon unsere Großeltern wussten zu predigen, dass man sich auch Zeit für sich selbst nehmen muss. Bei „Alone“ geht es nicht darum sich gegen etwas zu entscheiden, sondern mit etwas wohl zu fühlen. Ich habe häufiger mit großen Networking-Veranstaltungen und Menschenmaßen zu kämpfen gehabt bis ich begriffen habe, dass es okay ist dazu Nö zu sagen und zu Hause zu bleiben. Das wird viel zu wenig besungen. Im Radio gibt es meistens nur Partysongs und wir wollten einen quirky, positiven, lustigen Song darüber machen.

Wie funktioniert bei euch Songwriting? Geht ihr von euren Erfahrungen aus, die ihr verarbeitet oder wollt ihr bestimmte Messages senden?
Beides. Da wir fünf unterschiedliche Menschen sind, ist es meistens so, wenn wir uns auf ein Thema einigen können, es meistens auch viele andere Menschen betrifft. Weil es dann quasi schon durch einen Filter gegangen ist. Die meisten unserer Songs sind ja sehr deutlich und verständlich. Dadurch sind sie auch weit auslegbar. Auf „Kids“ geht es zum Beispiel um diese Bubble, in der wir auf Tour leben, wenn man am Ende ist und sich aus der Gesellschaft gezogen fühlt, aber am Ende eines Konzertes genau weiß warum man es macht und warum es richtig ist. Das ist wiederum ein Empowerment an die eigene Parallelgesellschaft, die wir aufgebaut haben. Das kann man ja aber auf ganz viele andere Dinge übertragen und das lassen wir auch gerne zu. Früher dachte ich noch, wenn es zwei Interpretationen gibt, hat der Künstler etwas falsch gemacht. Aber das ist total unwichtig. Wir machen Popmusik und müssen uns dafür nicht schämen. Wir stellen uns auf die Bühne und wollen, dass die Leute mitmachen.

Ist nach dieser Tour schon das nächste Album geplant?
Ja na klar. Wir schreiben die ganze Zeit schon an neuen Sachen. Aber dieses Jahr wird es kein neues Album geben.

Die Sternschnuppen auf der Bühne

Bevor die Band auf der Bühne steht, wird sie vom Publikum schon ungeduldig mit Sprechchören auf die Bühne geholt. „Leo-ni-den“ immer und immer wieder. Und dann kommen die fünf und nehmen ihre Positionen unter jubelndem Applaus ein. Die Große Freiheit 36 ist bis unters Dach voll. Strahlende Augen und wild tanzende Menschen im ganzen Raum. „Was geht denn ab“, der Slogan der Band, bekannt geworden durch Djamins Instagram-Stories für die Band, darf natürlich nicht fehlen und das Publikum stimmt immer wieder begeistert an. Die Leoniden spielen eine ganze Palette wie „Colorless“, „Kids“, „Not Enough“, One Hundred Twenty-Three“, „Alone“ und „River“ vom neuen Album „Again“ aber auch Hits wie „Nevermind“ und “Sisters“ vom Erstlingswerk „Leoniden“. Lennart ist in seinem 8-Mile-Modus und dreht auf der Bühne richtig auf. Geht abwechselnd wild in die Hocke, um direkt wieder aufzuspringen, dreht die Gitarre um seinen ganzen Körper oder legt sich ein Mikrofonkabel um den Hals – Sorgen muss man sich aber nicht machen, das kennen erfahrene Besucher eines Leoniden-Konzerts schon. Diese 100% auf der Bühne sind auch bei den anderen sichtbar. Felix lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, Djamin und Jakob wechseln sich bei den einander gegenüber gestellten Synthesizern ab, JP tanzt und schwingt mit seiner beachtlichen Größe dennoch elegant über die Bühne. Bereits schweißnaß richtet Jakob sich nach der Hälfte des Konzerts ans Publikum: „Diese Tour bedeutet uns immens viel! Zum einen, weil wir sie überlebt haben und zum anderen, weil wir hier vor einem Jahr Support für die Donots gespielt haben und uns vorgestellt haben wie es wäre die Freiheit selbst auszuverkaufen. Das haben wir dank euch in diesem Jahr geschafft!“. Bei diesem Konzert holen die Leoniden selbst eine ihrer Supportbands von der Tour erneut auf die Bühne. Doch dieses Mal eröffnen sie den Abend nicht, sondern stehen mit den Leoniden zusammen auf der Bühne. Blond sind angereist, um mit den Leoniden „That’s Not My Name“ von The Ting Tings zu covern und alle ihre Tanzqualitäten noch einmal unter vollem Einsatz unter Beweis zu stellen.

Nach drei Zugaben, goldenem Konfettiregen und anderthalb Stunden Rockshow geht die Band von der Bühne, vorher weist Jakob noch auf die Aftershowparty hin. Die Energie reicht auch dafür noch.
Was bei den Leoniden nach spielerischer Leichtigkeit aussieht, ist das Ergebnis professioneller Vorbereitung. Denn nur, wenn alles sitzt und sich alle aufeinander verlassen können, ist dieses ekstatische Loslassen möglich. That’s what friends are for.