Start Kritiken Daft Punk - "Random Access Memories" (Review)

Daft Punk – „Random Access Memories“ (Review)

Bereits am Montag vor einer Woche hatte ich Gelegenheit das neue Daft Punk „Random Access Memories“ in einer Listening Session im Hamburger Mojo Club vorab und in Gänze zu hören.

Die nun folgende Review basiert auf den Erlebnissen des einmaligen Hörens des 74 Minunten langen und 13 Track starken Albums bei voller Lautstärke und einer guten Portion Aufgeregtheit und Vorfreude. Und ohne das Endergebnis dieses Beitrages bereits zu kennen, muss möchte ich anmerken, dass die Beurteilung eines solche abwechlungsreichen und durchaus komplexen Albums verdammt nochmal nicht einfach ist, wenn man es nur ein einziges Mal gehört hat. Ich bitte dies zu berücksichtigen.

„Random Access Memories“ ist kein elektronisches Album

Wer nun glaubt oder hofft, hier eine Kritik über ein weiteres Computer Album von Daft Punk vorzufinden, wird enttäuscht, denn „Random Access Memories“ ist alles nur kein Computer Album. Im Gegenteil Computer kamen fast gar nicht zum Einsatz. Lediglich „Doin‘ it Right“ (feat. Panda Bear“ ist das einzig elektronische Stück auf dem Album. Klar hört man hier und da die Roboter singen, aber „Random Access Memories“ ist kein elektronisches Album. Ganz im Gegenteil! Denkt man sich die sich Roboter weg, so erinnert das Album vielmehr an Michael Jacksons „Off The Wall“ und Stevie Wonder aber auch an Steely Dan oder an Nile Rodgers Songs. Neben Nile Rodgers verpassen aber auch alle anderen Kollaborateure den Songs auf „Random Acceess Memoriers“ ihre persönliche Note. Und wie wir bereits wussten, ist das Album voller Features. Hier noch schnell die Tracklist und dann geht’s los.

Daft Punk „Random Access Memories“ Tracklist:
1. „Give Life Back to Music“ (featuring Nile Rodgers)
2. „The Game of Love“
3. „Giorgio by Moroder“ (featuring Giorgio Moroder)
4. „Within“ (featuring Chilly Gonzales)
5. „Instant Crush“ (featuring Julian Casablancas)
6. „Lose Yourself to Dance“ (featuring Pharrell Williams and Nile Rodgers)
7. „Touch“ (featuring Paul Williams)
8. „Get Lucky“ (featuring Pharrell Williams and Nile Rodgers)
9. „Beyond“ (featuring Paul Williams)
10. „Motherhood“
11. „Fragments of Time“ (featuring Todd Edwards)
12. „Doin“™ It Right“ (featuring Panda Bear)
13. „Contact“ (featuring DJ Falcon)

1. „Give Life Back to Music“ (featuring Nile Rodgers)

Mit Vollgas geht es bei „Give Life Back to Music“ in Daft Punks 4. Studioalbum. John Robinson Jr., der schon auf Michael Jacksons Album „Off The Wall“ gespielt hat, spielt die Drums. An der funky Gitarre: Nile Rodgers. Die Lyrics des fast schon instrumentalen Songs, gesungen von den Daft Punk Robotern, bestehen eigentlich nur aus dem Titel des Songs.

„Give Life Back to Music“ ist ein klassischer Funk Song, der Rhythmus und die Gitarre stehen im Vordergrund, absolut tanzbar und ein super Einstieg ist das Album.

2. The Game of Love

„The Game of Love“ würde ich kurz und knapp als Roboter Vocoder Ballade bezeichnen. Dennoch ist die Gitarre funky. „The Game of Love“ hätte auch aus der Feder des kleinen Mannes aus Minneapolis stammen können. Wenn das Mal kein Kompliment ist. Schöner Song.

3. „Giorgio by Moroder“ (featuring Giorgio Moroder)

Laut dem Interview mit der französischen Wochenzeitung „Le Nouvel Observateur“ kam Daft Punk bei diesem Song die Idee, mit Giorgio Moroder einen Song zu machen, der ein wenig dokumentarisch ist und auf einem Interview basiert, das die beiden mit ihm geführt haben. Gesagt, getan. Herausgekommen ist bei „Giorgio by Moroder“ eine Art Interview Doku Song. Der Song beginnt mit ca. 2 Minuten Interviewschnipseln aus verschiedenen Epochen, bevor es mit „My Name is Giorgio Moroder but everybody calls me Giorgier“ in die Disco geht.

„Giorgio by Moroder“ ist ein funky Disco Track mit instrumentalen Schwerpunkt auf Synths und einem Fender Rhodes Piano. Am Ende des Tracks gibt es noch Streicher, episch fette Drums und sogar noch ein Gitarrensolo.

4. „Within“ (featuring Chilly Gonzales)

Bei „Within“ spielt Chilly Gonzales Klavier. Dieser sehr ruhige, minimalistische und jazzige Track ist die zweite Ballade auf dem Album. Chillys Piano folgt dem Vocoder Gesang der Roboter.

5. „Instant Crush“ (featuring Julian Casablancas)

Julian Casablancas von den Strokes singt in höchsten Tönen und klingt sehr feminin. „Instant Crush“ würde ich als lupenreine Popnummer mit Daft Punk Einflüssen bezeichnen, die sich wunderbar als massentaugliche 2. Single eignen würde. Runde Sache.

6. „Lose Yourself to Dance“ (featuring Pharrell Williams and Nile Rodgers)

„Lose Yourself to Dance“ ist die zweite Nummer gemeinsam mit Pharrell Williams und Nile Rodgers. Der Song mit jeder Menge Nile an der Gitarre, einem starken Bass und super Drums ist ein Knaller. Tanzbar, funky und obendrauf singen noch Pharrell und die Roboter.

„Lose yourself to dance and clap your hands and stamp your feet. Come on.“

7. „Touch“ (featuring Paul Williams)

Laut dem Interview hat der Track 250 Spuren und ist der komplexeste des Albums. Passt. „Touch“ unterbricht das Album für einen Trip der nach Rocky Horror Picture Show auf Funk und LSD klingt.

8. „Get Lucky“ (featuring Pharrell Williams and Nile Rodgers)

Zur 1. Single haben wir bereits alles geschrieben. Zuletzt hatten wir ein „Get Lucky“ Cover von Daughter. Hört euch das gute Stück einfach an. Wunderbar. Übrigens: Die „Get Lucky“ Album Version klingt nicht viel anders als der Radio Edit. Eventuell ist die Album Version etwas länger am Ende.

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9. „Beyond“ (featuring Paul Williams)

„Beyond“ ist eine ruhige aber durchaus auch funkygige Pop Nummer mit den Robotern und einem Intro wie im Film. Klingt wieder ein wenig nach „Off The Wall“.

10. „Motherhood“

Instrumentaler Track mit einem komplexen Beat und Streichern. „Motherhood“ empfand ich als kleinen Filler, aber vielleicht wird das dem Track beim 2. und 3. Durchgang überhaupt nicht gerecht.

11. „Fragments of Time“ (featuring Todd Edwards)

„Fragments of Time“ ist Daft Punks erste Wiedersehen mit Todd Edwards seit „Discovery“. In „Fragments of Time“ lässt Stevie Wonder grüßen. Der Track ist Soul mit vielen funkigen Elementen und mit viel Rhodes Piano.

12. „Doin“™ It Right“ (featuring Panda Bear)

Panda Bear auf Daft Punk ist ein großartiger Song. Daft Punks Mets Animal Collective. Panda Bear Fans kommen voll auf ihre Kosten. Richtig viel Bass und ein toller Beat. „Doin“™ It Right“ ist ein essentieller Track auf dem Album. Beim Hören hatte ich das Gefühl, dass dieser Track exemplarisch für das komplexe und sehr abwechslungsreiche Album stehen könnte.

13. „Contact“ (featuring DJ Falcon)

Dem Interview entnehmen wir die Info, dass für „Contact“ die Stimme von Eugene Cerman von der letzten Nasa-Missoin der Apollo 17 verwendet wurde. Cernan war der letzte Mensch auf dem Mond

„Contact“ ist wie ein Epilog oder ein Abspann im Film. Episch und mit wahnsinnigen Drums am Ende. Vergesst Dubstep, real Drums are the real shit. Believe me. Nun gut, wir haben das Album auch im Club bei voller Lautstärke gehört. „Contact“ ist ein würdiges Ende für „Random Access Memories“. Und damit kommen wir zum Fazit.

Fazit:

Mit „Random Access Memories“ haben Daft Punk nicht die Musik neu erfunden oder auf ein neues Level gebracht. Daft Punk bedienen sich aus verschiedenen musikalischen Schubladen und setzen die Elemente gekonnt und oftmals funky zusammen. „Random Access Memories“ ist wie eingangs erwähnt kein elektronisches Album, sondern vielmehr ein Album von echten Musikern eingespielt. Dabei klingt „Random Access Memories“ immer ziemlich großartig und insbesondere die Drums sind hervorzuheben. Kritiker könnten das Album aber auch als Überproduktion bezeichnen.

Einer Kritik nach einmaligen Hören wird diesem Album aber nicht gerecht, denn es wird wachsen, davon bin ich überzeugt. Ebenso kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass es am Endes Jahres nicht oben in meiner Top Ten stehen wird. Dazu liebe ich den Funk der Franzosen viel zu sehr. Seid gespannt.

„Random Access Memories“ erscheint am 17. Mai als Download, auf CD und Vinyl bei Columbia Records.

Update: Der Albumstream ist da.

Marchttps://www.testspiel.de
Marc hat Testspiel.de ins Leben gerufen und teilt hier seit 2005 seine Leidenschaft für Musik und das Internet.

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