Start Musik 50 Jahre „Forever Changes“ (Podcast)

50 Jahre „Forever Changes“ (Podcast)

Das dritte Album der kalifornischen Band Love stellt deren musikalischen Höhe- und kommerziellen Tiefpunkt zugleich dar. Als „Forever Changes“ 1967 auf Elektra Records erscheint, interessiert sich nahezu niemand für dieses Album – Platz 154 in den US-Charts bedeutet ein Abdriften in die Bedeutungslosigkeit für die PsychedelicBaroquePopFolkRock-Band rund um den introvertiert-exzentrischen Frontmann Arthur Lee. Dennoch wird „Forever Changes“ seit rund 20 Jahren regelmäßig in Bestenlisten gehievt und für seinen differenzierten Klang, seinen hypnotischen Sog ebenso wie seine künstlerische Perfektion gelobt. Nicht ganz zu Unrecht: Die Platte spielt hinsichtlich Komposition und Konzept in einer Liga mit „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ oder „Pet Sounds“, floppte im Gegensatz zu diesen ikonischen Alben allerdings.

Im letzten musikalischen Exkurs, den unser Podcast Der Tisch 2017 unternimmt, spüren wir den Wurzeln von „Forever Changes“ nach und sammeln dabei einige der verstreuten Puzzleteile ein, um uns zumindest ein verschwommenes Gesamtbild zu verschaffen. Denn verschwommen ist nicht nur die Rezeption von Love-Mastermind Lee, der in Los Angeles zum „prince of the Sunset Strip“ wurde und sich zugleich nahezu schizophren von jeglicher Gesellschaft abkapseln wollte; verschwommen ist auch die Rezeption des Albums an sich, das mit dem Psychedelic Rock 1967 und der Hippiebewegung rund um Flower Power eigentlich nur wenig zu tun hat, aber dennoch immer wieder genau dort einsortiert wird. So wie sich Lee irgendwann vor allem über ein „Anti“ definierte, ist auch „Forever Changes“ ein Anti-Album: Anti-Vietnamkrieg, Anti-Hippie, Anti-Transzendenz, Anti-Hoffnung, Anti-Pseudofreiheit. Doch aus all den Antis ergibt sich womöglich am Ende doch ein Pro, das zu hören wir euch hiermit gerne ans Herz legen wollen, egal ob vor, nach oder während unserer Besprechung.