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Wir waren beim großartigen “Silent Alarm” Konzert von Bloc Party in der Columbiahalle Berlin

Kele von Bloc Party beim “Silent Alarm” Konzert in der Columbiahalle Berlin (alle Fotos: Marc Raeder)

„Wir bringen Euch zurück ins Jahr 2005!“ So begrüßt Kele von Bloc Party sein Publikum und der frenetische Jubel, der daraufhin ausbricht, beweist, dass, wer auch immer diese Idee hatte, goldrichtig lag.

Denn wünschen wir uns von einer Lieblingsband nicht insgeheim das? Dass sie alte Songs spielen und zwar die, weswegen wir anfingen, sie gut zu finden und die wir auswendig mitsingen können? Bloc Party tun genau das. Konsequent wird hier heute abend noch einmal das Debütalbum „Silent Alarm“ präsentiert. In voller Länge, von hinten nach vorne, ohne Ausnahme.

Das Schöne daran ist: Man kann sich vorbereiten. Und das haben die Fans definitiv gemacht. Was dieses Publikum hier präsentiert, ist eine wahre Freude. Die Textsicherheit liegt bei gefühlt 90%, zudem scheint sich die Berliner Briten-Community in der Columbiahalle versammelt zu haben, um die Party ihres Lebens zu feiern. Zwischendurch hört man Kele Okereke vor lauter Fangesängen kaum noch, der sichtlich ergriffen ist und mit so einer Explosion wohl nicht gerechnet hat.

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Kaum ein Titel, zu dem nicht heftig abgefeiert wird. Ob „Luno“, „Pioneers“ oder ein Klassiker wie „Banquet“ – die Anzahl der Füße in der Luft ist beeindruckend, die Anzahl der offensichtlich fix und fertigen, verschwitzten Männer mit freiem Oberkörper noch mehr. Als die Band dann schon nach einer Stunde die Bühne verlässt, geht das Getobe erst richtig los: Soll es das etwa schon gewesen sein? War das das ganze Album?

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Ja, war es, aber natürlich wird das alles nicht ganz so streng gesehen und es gibt noch eine ordentliche Rutsche an Songs aus anderen Alben. „The Prayer“ ist natürlich mit dabei und „Little Thoughts“. „The Marshals are dead“ wird hier heute Abend das erste Mal seit 2009 live gespielt.

Glück hatte der, der hier heute noch ein Ticket ergattert hatte. Denn dieses eine von sechs Europa- Konzerten war nicht nur innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, in Zukunft kümmert sich auch Frontmann Kele Okereke erstmal um seine Solokarriere, sein Musical „Leave to remain“ und um seine kleine Tochter.

Nach einem solch großartigen Bloc Party-Konzert nur für seine Fans sei ihm das verziehen.

Nora aus Berlin, immer alleinerziehend und ohne Betreuung gewesen (für's Kind), kann jetzt endlich abends wieder raus und macht das auch noch.