Start Film & TV Wacken 3D – Der Film (Kritik)

Wacken 3D – Der Film (Kritik)

Wacken-3D

Beginnen wir diese kurze Kritik mit der entscheidenen Frage: Ist „Wacken 3D – Der Film“ nur eine weitere Wacken Doku?

Antwort: Nein, „Wacken 3D“ zeigt durchaus ein paar Seiten des Festivals, die man zuvor nicht kannte, aber vor allem hebt sich der Film durch seine 3D-Aufnahmen ab.

Das Wacken Open Air ist das größte Heavy Metal Festival der Welt. Vom 31.07.-02.08. findet das Festival zum 25. Mal statt. Keine zwei Tage hat es gedauert die 75.000 Karten unter die Kutten zu bringen. Für Festivals hierzuland ist das ein Rekord, der eigentlich nur vom Wacken selber geschlagen werden kann.

Schon längst ist Wacken zur Marke geworden und natürlich werfen Kritiker dem Festival vor, nicht mehr richtig Metal zu sein. Außerdem sei Kommerzialisierung und Ballermanisierung der Veranstaltung schon zu weit vorangeschritten. Kritik also, die meist immer dann kommt, wenn die einst kleine Nische zum Mainstream geworden ist. Kritik, die sich auch die Macher von vielen anderen groß gewordenen Festivals anhören dürfen. Nichtsdestotrotz wird niemand zum Wacken gezwungen und viele Menschen scheinen dort ja jedes Jahr einen Menge Spaß zu haben. Und andere Menschen fragen sich, was die Faszination dieses Festivals ausmacht. Fragen die Filmmacher zu beantworten versuchen. Wikipedia listet 10 Dokumentarfilme über das Wacken. Hervorzuheben ist vor allem die mehrfach preisgekrönte und großartige Doku „Full Metal Village“ von Cho Sung-Hyung, die den Umgang der Wackener-Bevölkerung mit dem Festival porträtiert.

Inhaltlich bietet „Wacken 3D – Der Film“ nicht unbedingt sehr viel mehr als die anderen bekannten Produktionen. Besucher aus aller Welt, Organisatoren, und Bands kommen zu Wort. Es gibt viele komischer und absurde und undokumentierte Szenen, die für sich und die teils volltrunkene Festival-Welt sprechen und die obligatorischen Szenen im Matsch. Darüber hinaus gibt es einige Live-Tracks zu sehen. Auch dürfen Szenen von Blass of Glorys Auftritt im überfüllten Freibad Wacken im vergangenen Jahr darf nicht fehlen.

Inhaltlich vielleicht etwas neuer (mir zumindest) ist der Schwerpunkt des Bandcontests „Metal Battle“.  Metalbands aus der ganzen Welt dürfen sich auf einer kleineren Bühne bei dem Festival präsentieren und um einen Plattenvertrag streiten. Während des Festivals werden die drei sehr unterschiedlichen Bandkandidaten „Nine Treasures“ aus der Mongolei, „Rotten State“ aus Uruguay und „God – The Barbarian Horde“ aus Rumänien begleitet.

Von den etablierten Künstlern und Bands gibt es Auftritte von und Interviews mit Alice Cooper, Anthrax, Deep Purple, Henry Rollins, Motörhead und Rammstein zu hören und zu sehen.

Die 3D-Aufnahmen machen den Unterschied

Den großen Unterschied zu all den anderen Filmen über Wacken machen meiner Meinung nach aber die 3D-Aufnahmen aus. Hier hat sich der große Aufwand von Regisseur Nobert Heitker mit den Produktionsfirme JUMPSEAT 3D  und WÜSTE Film gemeinsam mit 140 Mitarbeitern, 18 Kamerateams und in Zusammenarbeit von ZDF mit Arte gelohnt. Das ist stellenweise wirklich großes Kino. Der Spruch „Mittendrin statt nur dabei“ trifft es an vielen Stellen im Film gut. Selbst Deep Purples eigentlich lame Bühneshow und Performance bei „Smoke On The Water“ bereitet mit den in 3D produzierten Bildern Freude. Bei Rammsteins Pyro-Show zu „Du Hast“ kann die Technologie voll punkten und zieht alle Register, so dass selbst ein nicht Rammstein Fan von den 3D-Aufnahmen der Bühnenshow ins Staunen geraten kann. Der Sound ist auch richtig fett.

Fazit

„Wacken 3D – Der Film“ ist großes Festival-Kino, wenn man sich für Festivals, Bier, Campinplatz Sause, Heavy Metal und Blockbuster begeistern kann. Doch auch wem diese Festival Welt und insbesondere das Wacken Open Air bisher fremd waren, hat durch diesen Film die Gelegenheit Wacken dreidimensional zu erleben. Und für die Wacken-Fans ist der Film wohl ein MUSS.

Kinostart von „Wacken 3D – Der Film“ ist am 24. Juli 2014.

„Wacken 3D – Der Film“ Exklusiver EMP Trailer