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Top Five Videos – Die besten Videos der Woche

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Der ziellosen Jugend widmen sich in unserer Top 5 gleich zwei Clips: ein Mal ist es eine frische Alternativeband, ein Mal ein in die Jahre gekommener Dandy, der sich des Themas annimmt. Die Ergebnisse ähneln sich in manchen Punkten, untersuchen jedoch im Grunde unterschiedliche soziale Schichten. Wichtiger noch: fast alle Clips in unserer Top 5 untersuchen Außenseiter unterschiedlichster Coleur, ob sie sich nun selbst zerstören, ihre Karriere sabotieren oder Stoßzähne haben. Daraus resultieren mal wieder fünf spannende, hübsche und bestenfalls intensive Videos.

5. Deerhoof – Exit Only (Regie: Vice Cooler)

Musik als Mittel zur Selbstzerstörung wird im neuen Deerhoof-Clip zelebriert. Schauspieler Michael Shannon ist dabei in einer Doppelrolle zu sehen: ein Mal als sadistischer (oder masochistischer?) Musikhörer, ein Mal als Opfer der wirren Attacke. Was genau passiert weiß man nicht, doch das ist bei Musikvideos ja selten etwas schlechtes. Es gibt Blut, Fratzen werden geschnitten und am Ende bricht alles zusammen. Was will man mehr?

4. Waters – I Feel Everything (Regie: Brendan Vaughnan)

„I Feel Everything“ ist für sich genommen schon ein guter Alternative Song, doch gemeinsam mit dem Video amplifiziert sich das diffuse Gefühl das er hinterlässt ungemein. Sänger Van Pierszalowski stolpert durch ein Motel und gerät in eine absurde Situation nach der anderen. Alles riecht ein wenig nach David Lynch mit weniger Bedrohung und mehr Sex, doch Pierszalowski scheint das ohnehin nur am Rande zu tangieren. Der junge Mann ist im Eskalationsmodus, und wir gehen mit ihm auf eine drei Minuten lange Reise durch die Nacht. Am Ende tanzen alle, aber wie und ob das überhaupt zu bewerten ist, muss der Zuschauer selbst entscheiden.

3. Azealia Banks – Chasing Time (Regie: Marc Klasfeld)

Gib es doch zu, ein bisschen hattest du dich auch in Azealia Banks verliebt. Vor ziemlich genau drei Jahren, als ihr Hit „212“ durch die Decke ging und man sich flächendeckend darauf geeinigt hatte, dass das hier der neue heiße Scheiß ist. Bis zu Banks‘ Debüt sollten drei Jahre vergehen, drei Jahren in denen sie ganz schön Prügel beziehen musste, teils verdient, teils unverdient. Am Ende muss jedoch zählen was Banks abliefert, und sowohl das Album als auch das Video zu „Chasing Time“ taugen etwas. In schimmerndem schwarz/weiß/grau tanzt sich Banks durch geometrische Formen und abstrakte Räume. So schlicht und schön hätte man das Video der gerne mal rüpelnden Rapperin gar nicht erwartet.

2. Bonnie „Prince“ Billy – New Black Rich (Tusks) (Regie: Claudia Crobatia)

Sollte es demnächst ein Remake des „Elefantenmenschen“ geben hat Will Oldham aka Bonnie „Prince“ Billy sich mit diesem Video definitiv die Hauptrolle verdient. Als bärtiger Walroßmensch schwelgt er zunächst in Erinnerungen, liefert dann einen kleinen „Lotus Flower“ Gedächtnistanz ab und verlässt schließlich gut gekleidet sein Heim, um in eine einsame Bar einzukehren. Behutsam wird das Portrait eines Außenseiters gezeichnet, das trotz seiner absurden Prämisse und des bekannten oldhamschen Humors nicht zum Klamauk verkommt.

1. Bryan Ferry – Loop De Li (Regie: Aoife McArdle)

Ein orientierungsloser, gut gekleideter junger Mann, alleine auf einer Klippe. Es ist ein starkes Bild, mit dem das Video zu „Loop De Li“ eröffnet wird, ein Video das vor allen von Kontrasten lebt. Es dreht sich um die Langeweile im mondänen Leben, um zwei junge Pärchen und einen dritten Jungen, der anscheinend recht unzufrieden mit seiner Situation ist. Irgendwann fängt er an, seine Kontrahenten zu ermorden und sich von ihren Freundinnen verführen zu lassen. Oder ist am Ende doch alles nur Fantasie, Illusion? Die weiße Kleidung erinnert an „Funny Games“, die Frage nach ausgelebter und fantasierter Gewalt an „American Psycho“. „Loop De Li“ hat damit die richtigen Vorbilder und verpackt diese in ästhetisch ansprechende, dadurch jedoch nicht minder verstörende Bilder.