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TOP FIVE VIDEOS – Die besten Musikvideos der Woche

Bei einer recht peinlichen Pressekonferenz unterschrieben im März 2015 eine Reihe der erfolgreichsten Musiker (Daft Punk, Rihanna, Beyoncé, Kanye West, Jack White, Arcade Fire, Madonna, …) symbolisch einen Vertrag. Andächtig standen sie nebeneinander, betonten wie historisch und inspirierend das doch alles sei und feierten damit die Geburt des Musikstreaming-Dienstes TIDAL.

Das Unternehmen, das von Jay-Z geführt wird, hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die bestmögliche Audioqualität zu liefern und faire Abgaben an die entsprechenden Musiker zu leisten. Das Vorhaben, eine Plattform zu schaffen, deren Erträge in erster Linie den Musikern zu gute kommen soll, ist aller ehrenwert und längst überfällig, wenn man bedenkt, wie hoch der Umsatz von Diensten wie Spotify ist, während Musiker über wenige Einnahmen klagen.
Doch schnell geriet das Unterfangen in die Kritik: Zu teuer sei der Service und die Tantiemen eben doch nicht so hoch wie erwartet. Gegenwind gab es auch von Kollegen wie Lily Allen, Mumford & Sons oder Ben Gibbard, die es als beschämend empfanden, wie die reichsten Musiker der Welt über schlechte Bezahlung meckerten, anstatt ein Entlohnungssystem zu entwerfen, das auch kleineren Acts Finanzierungsmöglichkeiten bietet.
Sehen wir auch so, zumal TIDAL eine sehr unangenehme Taktik der Nutzergenerierung verfolgt. So werden einige Alben und Videos ausschließlich auf der Plattform veröffentlicht und sollte mal ein Video doch bei einem anderen Anbieter zu sehen sein, wird es mit Hinweis auf das Urheberrecht sofort gesperrt.
In dieser Woche z.B. erschien das Video „Feeling Myself“ von Nicki Minaj und Beyoncé, das wir über den Umweg vid.me für einige Stunden in einem Video Round-Up präsentieren konnten. Leider wurde das Video dann gesperrt und wir konnten auf die Schnelle keinen Ersatz finden.
Auch wenn wir, wie erwähnt die Idee eines fairen Umgangs mit Musikern voll und ganz unterstützen, erschwert uns die Strategie von TIDAL das Bloggen und ist das Produkt einer verfehlten Kommunikationsstrategie. Denn man kann nicht #TIDALforALL ins Leben rufen und danach Musikvideos nur für zahlende Nutzer bereit stellen. Da beißt sich die Katze selbst in den Schwanz und dreht sich zudem noch um sich selbst, wenn sie einerseits angemessene Bezahlung fordert und andererseits einen Hype um Musiker trägt, die ohnehin schon (zu)viel Geld haben.

Also kommen eben nur Videos in die engere Auswahl unserer wöchentlichen Bestenliste, die auch wirklich jedem zugänglich sind. Schade einerseits, aber wir können nicht von unseren Lesern erwarten, einen Account für jeden Streaming-Dienst zu haben. Andererseits aber auch völlig okay, weil es auch so schon genügend gute Videos im Netz gibt:

5. FFS – Johnny Delusional (Regie: AB/CD/CD)

Das erste audio-visuelle Lebenszeichen von FFS, der Kollaboration von Franz Ferdinand und Sparks, heißt „Johnny Delusional“. Es ist ein Vorbote, der zeigt, dass die beiden Bands in der Zusammenarbeit musikalisch über sich selbst hinaus gewachsen sind und uns noch diesen Monat ein sehr interessantes Album erwarten wird. Das Video spricht da für sich, sollte aber mit Vorsicht genossen werden, denn ein leichtes bis starkes Schwindelgefühl ist vorprogrammiert.

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4. Meek Mill – Monster (Regie: Spike Jordan)

Meek Mill macht höchst modernen Rap. Doch diese Tatsache hindert ihn nicht daran mit „Monster“ ein Video zu veröffentlichen, das komplett in der Welt der 1980er spielt. Es zeigt auf sehr amüsante Weise, wie skurril die damaligen Gebärden in der Retrospektive wirken und eröffnet die Frage, wie wohl zukünftige Generationen vom heutigen Style denken werden.

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3. How To Dress Well – See You Fall (Regie: Johannes Greve Muskat & Luke Gilford)

Hinter How To Dress Well steht der Amerikaner Tom Krell, der mit seinem dritten Album „What Is This Heart?“ eine der besten LPs des Jahres 2014 veröffentlichte. Zur Feier und Promotion wurden drei Musikvideos gedreht, die eine konsistente Story erzählten. Darin ging es um ein Paar, das den Tod eines nahen Verwandten erleben und verkraften muss und die Dienste eines Wunderheilers, gespielt von Tom Krell selbst, in Anspruch nimmt.
Nun gibt es zur Veröffentlichung von „See You Fall“ einen Zusammenschnitt aller drei Videos, was es etwas schwer macht der Handlung zu folgen, aber die Atmosphäre trotzdem voll transportiert. Besonders die tollen Schauspielleistungen von Melany Bennett und Thomas Stewart tragen dazu bei, dass das Video besonders eindringlich ist.

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2. Lieutenant – Believe The Squalor (Regie: Matt Kubas)

Der Bassist der Foo Fighters Nate Mendel ist musikalisch besonders umtriebig unterwegs. In mindestens fünf Bands spielt er derzeit und hat mit Lieutenant auch ein Soloprojekt am Start.
Wer in diesem sehr gelungenen Video zu „Believe The Squalor“ nun eine Parodie an der Black Metal Kultur sieht, irrt sich. Denn viel eher sehen wir eine Hommage an den brachialen Performances, die durch die Diskrepanz zwischen Musik und Video zustande kommt.

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1. Taylor Swift feat. Kendrick Lamar – Bad Blood (Regie: Joseph Kahn)

Taylor Swift präsentiert sich in „Bad Blood“ in einer Mischung aus lasziv und steril und stellt sich gleichzeitig als kämpfende Amazone mit Superfähigkeiten dar. Eine Art ultimativer Showdown wird da zelebriert, wobei Swift gegen ihre Widersacherin antreten muss, die von ex-Disney-/Popsternchen Selena Gomez gemimt wird. Auf dem Weg dorthin wird ein Team zusammengestellt und allerhand Charaktere vorgestellt, die im späteren Verlauf keinerlei Rolle mehr spielen, wodurch eine Trailershow-Ästhetik herauf beschworen wird.
In einem Feuerwerk an Cameos (mit u.a. Cara Delevingne, Cindy Crawford, Jessica Alba und Lena Dunham) und Action-Sequenzen kann hier das vielleicht aufwändigste Video des Jahres bestaunt werden. Man will gar nicht wissen, wie hoch das Budget gewesen sein muss, aber es scheint sich gelohnt zu haben, denn innerhalb von 24 Stunden konnten über 21 Millionen Klicks verbucht werden. Rekord!

Zugegeben, visuell und dramaturgisch war das alles schon mal da und tiefschürfend ist es schon gar nicht, aber manchmal darf ein Musikvideo auch einfach mal flache Freude verbreiten. Platz 1.

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Jonathan
Geboren 1988 in Ulm, lebt und arbeitet Jonathan Tyrannosaurus Kunz in Saarbrücken und leitet Kurse an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er mag traurige Musik aus den Neunzigern und ist der beste Tischtennisspieler, den er kennt.

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