StartLifestyleNur ein Song: Prince - Baltimore

Nur ein Song: Prince – Baltimore

„Nobody Thought The Revolution Would Start In Minneapolis… except Prince“ rauschte es die Tage durch die Timelines meiner Social Media Accounts und ich fühlte mich erinnert an den Song „Baltimore“.

„Baltimore“ ist kein Song, den man zufällig hört. Er ist entstanden aus Wut, Trauer und dem Bedürfnis, nicht zu schweigen. Prince schrieb ihn 2015 nach dem Tod von Freddie Gray, der nach einem Polizeieinsatz in Baltimore starb. Zehn Jahre später klingt der Song nicht wie ein Dokument seiner Zeit, sondern wie ein Kommentar zur Gegenwart.

Die jüngsten Ereignisse in Minneapolis machen das schmerzhaft deutlich. Wieder eine US-Stadt, wieder tödliche Gewalt durch staatliche Akteure, wieder Proteste, Wut, Angst und die alte Frage, warum sich all das unaufhörlich wiederholt. Minneapolis ist dabei mehr als ein Schauplatz – es ist Prince’ Heimat, der Ort, an dem seine Musik immer auch politisch war, selbst wenn sie tanzbar klang.

In „Baltimore“ verzichtet Prince auf Metaphern. „If there ain’t no justice, then there ain’t no peace“ ist keine poetische Zuspitzung, sondern eine nüchterne Feststellung. Der Song benennt strukturelle Gewalt, Rassismus und das kollektive Wegsehen, ohne sich hinter Symbolik zu verstecken. Genau darin liegt seine Kraft.

Dass „Baltimore“ heute so passt, liegt nicht daran, dass sich alles gleich anfühlt – sondern daran, dass sich zu wenig verändert hat. Die Städte wechseln, die Namen der Opfer auch. Die Mechanismen bleiben. Prince wusste das. Und er wusste auch, dass Musik manchmal nicht trösten, sondern erinnern muss.

„Baltimore“ ist kein nostalgischer Rückblick auf 2015. Es ist ein Song für jetzt. Und vielleicht gerade deshalb so schwer auszuhalten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden