Start Anzeige ICE stößt Tabuthema an (Sponsored Video)

ICE stößt Tabuthema an (Sponsored Video)

Ganz gleich auf welchem Bahnhof man auch aus dem Zugfenster schaut: mindestens ein eng umschlungenes Paar sieht man immer am Steig stehen. Und spätestens wenn sich die Türen zischend geöffnet haben, muss es sich schmerzlich damit abfinden, zumindest haptisch für eine Weile voneinander getrennt zu sein. Ausgleichend springt praktisch an jeder Station eine Person beflügelt aus den Wagons, direkt in die Arme des Menschen, an dessen Liebe die zig Kilometer Lebensraumtrennung nicht zu rütteln vermögen.

Vor 25 Jahren ging der ICE mit dem sich verkehrspolitisch einordnenden Motto „Halb so schnell wie das Flugzeug und doppelt so schnell wie das Auto“ an den Start. Pünktlich zu seinem Geburtstag, sowie der diesjährigen Fußball-EM der Herren, ist ein aufwendiger Onlinewerbespot entstanden.

Film-Still „Der Fan“

Man sieht einen Fan, der mit seiner Mannschaft mitfiebert, wobei ein bestimmter Torjäger besonders im Zentrum hoch emotionaler Besorgnis und Begeisterung steht. Was den Film über bereits zu erahnen ist, wird spätestens bei der unmittelbaren Begegnung der beiden jungen Männer am Bahngleis sichtbar: es ist viel mehr als Fußball, das die beiden miteinander verbindet.

Im Bereich des Herren-Sports ist es mit der Akzeptanz von Homosexualität nicht unbedingt weit her. Gut ist, dass ein Großkonzern wie die Bahn hierzu ein klares Statement abgibt. Nicht zuletzt auch, weil Züge und Bahnhöfe nicht nur obligatorische Stationen Verliebter aus aller Welt darstellen – sie sind ebenso Ballungsräume für Fan-Gruppen, die nicht selten stark alkoholisiert, eine Atmosphäre der Einschüchterung schaffen. Dumpf und brutal tönen oft auch eindeutig diskriminierende Gesänge, die sich gegen Menschen richten, die ihrem eigenen sehr fraglichen Werteideal nicht entsprechen. Nein, natürlich sind nicht alle Vereinsanhänger so drauf und besonders bei Länderspielen geht es insgesamt meist familienfreundlicher zu. Wer jedoch je zur Hauptumschlagzeit eines Fußballspiels zufällig in einen aufgeheizten machistischen Fan-Strom gelangte, wird wissen wovon die Rede ist.

Dass die Deutsche Bahn in ihrem Werbefilm unterstreicht, dass Homosexualität nirgends ein Kriterium der Benachteiligung darstellen darf, ist ein starkes und zweifelsohne lobenswertes Signal zur richtigen Zeit.

Zu hoffen ist, dass diese Philosophie auch verstärkt Einzug in die tatsächliche Lebensrealität von Fußball und Fankultur hält, dass sich keiner mehr aufgrund seiner Identität verstecken muss und dass ein Klima der Toleranz endlich in den diesbezüglich noch rückständigen Branchen zu entstehen beginnt.

Video: Deutsche Bahn „Der Fan“ #ICE25

Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Bahn.

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