StartMusikFeuer, Rauch und Pop-Märtyrer: Die BRITs 2026 als musikalischer Weltuntergangs-Soundtrack

Feuer, Rauch und Pop-Märtyrer: Die BRITs 2026 als musikalischer Weltuntergangs-Soundtrack

Während irgendwo auf der Welt Zivilisation und Demokratie in Flammen stehen, haben sich am 28. Februar 2026 im Co‑op Live Arena die aktuelle Pop- & Rock-Elite versammelt, um uns daran zu erinnern: Pop kann kann episch sein.

Rosalía: Oper trifft Rave – und Björk teleportiert sich rein

Und dann war da Rosalía. Nicht nur eine Performance, sondern ein multisensorisches Phänomen. Mit „Berghain“ verwandelte die Spanierin die Bühne erst in eine Oper, dann in einen Techno-Tempel mit Orchester, Chor und schließlich Hard-Techno-Bass, wie man ihn eher in Berliner Clubs als bei einem britischen Musikpreis erwartet.

Als wäre das nicht genug, tauchte ganz plötzlich Björk auf – eine Erscheinung zwischen avantgardistischer Muse und nordischer Naturgewalt – und fügte ihrem eigenen Vers dem ganzen Spektakel etwas hinzu, das ungefähr so klingt wie „Oper im Maschinenraum der Zukunft“. Ein Moment, der beinahe so episch war, dass man den Eindruck hatte, der Club sei direkt aus einer anderen Dimension importiert worden.

Kurz: Während der Rest der Welt über Krisen diskutiert, ließ Rosalía die Rave-Sirenen heulen – und zeigte uns, wie Pop in den Weltuntergang tanzt.

ROSALÍA – Berghain (Live at The BRIT Awards 2026) ft. Björk

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Harry Styles: Disco-Eleganz in Zeiten der Apokalypse

Harry Styles eröffnete die Show mit der Live-Premiere seines neuen Songs „Aperture“ – ein eleganter Disco-Pop-Moment in Striped Pants und mit Gospel-Chor, der selbst der Gegenwart den Spiegel vorhält. Oder einfach nur gute Laune verbreitet. Oder beides.

Harry Styles – Aperture (Live at The BRIT Awards 2026)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mark Ronson: Tribute-Medley mit Gästen, Ghosts & Disco-Ball

Als Mark Ronson bei den BRITs 2026 den „Outstanding Contribution to Music“-Award entgegennahm, machte er nicht nur eine Rede voller Herz – er verwandelte die Bühne direkt in eine Musikhistorie-Party. Zunächst dankte er der späten Amy Winehouse für ihren prägenden Einfluss und erinnerte daran, wie ihr gemeinsamer Song „Back to Black“ seinen Weg überhaupt erst in Gang brachte.

Doch dann ging’s los: Ronson startete sein Set mit dem klassischen „Ooh Wee“ zusammen mit Ghostface Killah, bevor er zu einer ehrlichen Hommage an Winehouse überleitete – inklusive Back to Black und Valerie mit The Dap-Kings, der Band, die einst für Winehouse spielte.

Und weil Pop-Abende wie dieser gerne eskalieren, gab’s noch mehr Gäste: Dua Lipa schwebte – ganz buchstäblich – auf einer riesigen Disco-Kugel herab und performte sowohl „Dance the Night Away“ als auch „Electricity“, bevor sie sich lässig auf Ronsons Klavier niederließ.

Zwischen Funk-Momenten, Soul-Hommagen und Disco- Glamour war Ronsons Medley nicht nur ein Rückblick, sondern ein musikgeschichtlicher Party-Mashup, der zeigte, wie weit die Verbindungen in der Popwelt reichen – von Amy Winehouse über Ghostface Killah bis hin zu Dua Lipa und darüber hinaus.

Mark Ronson – Live at The BRIT Awards 2026

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mark Ronson Wins Outstanding Contribution To Music | BRIT Awards 2026

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Geese-Rede: Kritik, Zensur … und eine geschnittene Weltanschauung

Und dann waren da noch Geese. Ja, die New-Yorker Band, die den Preis als International Group of the Year abräumte – und in der wirklichen Weltpolitik mitmischen wollte. Beim Versuch, ihre Acceptance Speech mit klaren politischen Botschaften zu würzen („Free Palestine, f** ICE“*), wurden sie prompt vom Live-Broadcast zensiert.

Das Publikum bekam davon wenig mit, aber der Moment war symptomatisch: In einer Ära, in der Konzerte, Preisverleihungen und Talkshows alle nach dem Motto „Bitte keine echten Gefühle, danke!“ funktionieren, wollten Geese kurz zeigen, dass Musik nicht in einem Vakuum existiert. Und naja … dann kam der Bleep-Button.

Geese Win International Group Of The Year | The BRIT Awards 2026

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit: Glamour, Gitarren und Gesellschaftskritik

Zwischen Glitter, technoiden Basskaskaden und politischen Zwischenrufen zeigt diese BRITs-Night, dass Pop mehr ist als bunte Luftballons und gute Laune – er ist ein Spiegel unserer Zeit: laut, widersprüchlich, manchmal absurd, aber oft genau dort am stärksten, wo er uns die Augen aufreißt.

Und während irgendwo draussen absolute Katastrophen debattiert werden, können wir immerhin getrost behaupten: Die Briten haben Pop drauf – und Rosalía hat ihn für einen Abend fast zur Weltreligion erklärt.

Olivia Dean – Man I Need (Live from The BRIT Awards 2026)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wolf Alice – The Sofa (Live at The BRIT Awards 2026)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

sombr – undressed + back to friends (Live at The BRIT Awards 2026)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden