
Der langjährige Gitarrist von Bilderbuch, Michael „Snacky Mike“ Krammer, verlässt die Band. Sowohl die Band als auch er selbst haben sich in ausführlichen und sehr persönlichen Statements zu Wort gemeldet – und der Ton ist auf beiden Seiten vor allem von Dankbarkeit, Respekt und Verbundenheit geprägt.
Nach über 17 gemeinsamen Jahren, mehr als 600 Shows und unzähligen Kilometern auf Tour gehen Bilderbuch und ihr Gitarrist künftig getrennte Wege. Die Band spricht von einem „zentralen Teil“, von dem sie sich nun verabschieden müsse, betont aber gleichzeitig, dass Mike immer ein Teil von Bilderbuch bleiben werde.
Auch Krammer selbst blickt emotional auf die gemeinsame Zeit zurück – eine Phase des Erwachsenwerdens, geprägt von kreativen Höhen, Zweifeln und intensiven Erfahrungen. In den letzten Jahren habe sich jedoch seine Lebensweise spürbar verändert. Er berichtet von innerer Unruhe, gesundheitlichen Themen und einer existenziellen Krise, die ihn nachhaltig geprägt haben.
Bereits 2022 hatte er sich für rund sechs Monate aus dem Bandgeschehen zurückgezogen und war damals weder an der EP „Softpower“ noch an der Single „Bluezone“ beteiligt. Diese Entwicklung setzt sich nun fort: Krammer ist vor Kurzem Vater geworden und baut sich seit 2024 einen zweiten Lebensmittelpunkt in Südamerika auf. Sein Fokus verschiebt sich damit stärker in Richtung Familie, persönliches Wachstum sowie innere und äußere Balance.
Der Abschied erfolgt ausdrücklich im Guten. Beide Seiten betonen ihren gegenseitigen Respekt und die Dankbarkeit für das gemeinsam Erreichte. Gleichzeitig blicken sowohl die Band als auch Krammer nach vorne: In den letzten zwei Jahren wurde intensiv an neuem Material gearbeitet, ein neues Album – mutmaßlich mit dem Titel „∞+1“ – steht bereits in den Startlöchern.
Für Bilderbuch markiert dieser Schritt einmal mehr einen Neuanfang. Die Band kündigt eine „neue Ära“ an und will schon in den kommenden Wochen erste Einblicke geben.
Kaum eine Band habe ich in den letzten Jahren so häufig live erlebt wie Bilderbuch. Insgesamt 11 Mal durfte ich sie auf der Bühne sehen – einige Male mit der Kamera im Gepäck, ein paar Mal sogar im Rahmen von Interviews.
Für mich war Snacky Mike durch sein Gitarrenspiel immer mehr als „nur“ Gitarrist – oft wie ein zweiter Frontman neben Maurice Ernst. Danke, Du hast der Gitarre im deutschsprachigen Pop wieder eine eigene Sprache gegeben. Das war neu, das war prägend.