Start Musik Die weibliche Eroberung des Slacker: Courtney Barnett

Die weibliche Eroberung des Slacker: Courtney Barnett

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Da hatte die Redaktion der The Tonight Show einen besonders guten Riecher. Mit der Australierin Courtney Barnett haben sie eine relativ junge und unbekannte Künstlerin verpflichtet, die mit hoch gezogenen Schultern, gleichzeitig lässig, ihren Song „Avant Gardener“ zum Besten gibt.
Darin geht es um einen Kreislaufkollaps, den unsere Protagonistin unter der erdrückenden australischen Sonne ereilt. Folgende Zeilen sprechen da für ihr tolles textliches Gespür:

„The yard is full of hard rubbish it“™s a mess and
I guess the neighbours must think we run a meth lab.
We should ammend that. I pull the sheets back,
It“™s 40 degrees and I feel like I“™m dying.
Life“™s getting hard in here, so I do some gardening.
(…)
I feel pro-active, I pull out weeds.
All of a sudden, I“™m having trouble breathing in.
(…)
The paramedic thinks I“™m clever cos I play guitar.
I think she“™s clever cos she stops people dying.
Anaphylactic and super hypocondriactic,
Should“™ve stayed in bed today

Musikalisch erinnert das Ganze an die tollen Hospitality oder Waxahatchee und klingt damit nach der weiblichen Eroberung des Genres Slacker, das in den 90er durch Acts wie Beck  oder Pavement geprägt wurde. Wobei viele Bands nicht mit dem Begriff Slacker in Verbindung gebracht werden möchten, weil damit eine rumhängende, arbeitslose, desinteressierte Generation von Losern assoziiert ist.
Der hart arbeitende Beck sagte dazu in einem Interview mit dem Rolling Stone (1995): „Slacker my ass. I never had any slack. I was working a $4-an-hour job trying to stay alive. That slacker stuff is for people who have the time to be depressed about everything.“

Courtney Barnett tut sich dagegen nicht allzu schwer mit diesem Begriff und verwendet ihn sogar selbst zur Beschreibung ihrer Musik, obwohl sie selbst nie praktizierender  Slacker war („I“™ve worked in pubs since I was 18, so it was scary because it was like admitting that I“™m going to be doing this for some time.“)
Eine andere mögliche Bezeichung für ihre Musik (mit der auch Beck einverstanden wäre): guter Indie Rock.

Wer noch mehr hören möchte, sollte sich die Songs Don’t Apply Compression Gently und Anonymous Club nicht entgehen lassen (oder sich gleich The Double EP: A Sea of Split Peas besorgen).
Wer noch mehr sehen möchte, darf sich das offizielle Video zu Avant Gardener anschauen: