Start Musik Deutscher Hip-Hop: Es geht auch noch ohne „Alle Hände hoch“

Deutscher Hip-Hop: Es geht auch noch ohne „Alle Hände hoch“

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Am Wochenende gab es seit langer Zeit endlich mal wieder einen ganzen Tag lang HipHop. Wir waren beim HipHop Open in Stuttgart. Ursprünglicher Anlass für die Reise nach Stuttgart sind die Beginner gewesen, die dort als Headliner angekündigt waren und die wir unbedingt sehen wollten (Beats auf der Bahn war bei Planung noch nicht bekannt) .

Aus der Headlinershow der Beginner Show wurde jedoch leider nichts, da sich der Wu-Tang Clan warum auch immer verspätete und die Slots getauscht werden mussten. Die Beginner spielten sichtlich angepisst ihren Set mit dem ganzem Licht, das nicht zur Wirkung kam, da es noch zu hell war. Der Clan enttäuschte anschließend und brach nach knapp 45 Minuten wortlos „den geklauten Headlinergig“ ab. Soweit so schade.

Dennoch: Als Deutsch-HipHop-Hörer der 1. Generation und Festival-Opa hatte ich einen guten Tag. Ich sah Blumentopf, Ferris MC (kleine Bühne) und die Beginner und alle drei funktionierten für mich und auch für den Großteil der  im Schnitt wesentlich jüngeren Crowd auch ohne die permanente „Alle Hände hoch“-Gruppenanimation der jüngeren Kollegen à la Marteria/Marsimoto oder Casper (nicht im Line-Ups des HipHop Opens). Nichts gegen den völlig zurecht sehr erfolgreichen Nachwuch, aber beinahe in jedem ihrer Songs wird live und auf der großen Bühne das „Alle Hände hoch“ von vorn bis gaaaaaaaaaaaaaaaaanz nach hinten Spielchen gespielt. Klar, HipHop auf der großen Bühne ist schwierig und nur mit MCs und DJ, ohne Band ist es sogar noch schwieriger, aber auf Dauer (mein Luxusproblem) nerven diese Spielchen. Guter HipHop live gespielt funktioniert auch ohne „Alle Hände hoch“ und ich bin froh, das am Wochenende wieder erlebt zu haben.