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Der Mann vom Mond – Interview mit Jackie Moontan

Jackie Moon via Facebook

Interviewt man Jackie Moontan bekommt man einen Einblick in das Leben eines Mondmannes. Jackie ist nicht von dieser Welt, auch wenn der Musiker dahinter aus Luxemburg stammt und französisch-spanische Wurzeln in sich trägt. Der Mann hinter Jackie Moontan lebte als Schauspieler in London und ebenfalls eine Zeit in Paris. Aktuell hat er sich in Berlin niedergelassen. Er liebt das Theater und das sieht man seinen Bühnenshows an. Vor seiner ersten von insgesamt zwei Shows beim Reeperbahn Festival in Hamburg traf ich Jackie Moontan, um ihn ein paar Fragen zu stellen und Antworten zum Leben auf dem Mond, die Klimakatastrophe und die Besonderheit von Lamafell zu erhalten. Um den originellen Antworten keinen Abbruch zu tun, gebe ich sie originalgetreu wider.

Zu der Zeit des diesjährigen Reeperbahn Festivals finden auch andere Veranstaltungen in Hamburg statt. Kurz vor meiner Ankunft zum Interview am verabredeten Treffpunkt bleibe ich im Verkehrschaos während der weltweiten Klimademo mit dem öffentlichen Nahverkehr stecken. Der aktuelle Diskurs zu den Fridays for Future und den klimatischen Veränderungen auf unserem Planten veranlassen mich Jackie Moontan von seiner Heimat dem Mond zu erzählen.

„I have my moon base where nothing can trouble me. Where the judgemental side is not there. On the moon everything is quite. It is just you and your thoughts and you are far away from the hustle of the city and the many voices and informations you are bombarded with on a daily basis. That is my safe space.“

Ist der Mond eine Möglichkeit zur Flucht?

„I am trying to escape myself most days but it is very hard. I don‘t wanna be the poster boy of escapism because it is never really a solution. I can be very confrontational but I am a pacifist being. If something is bothering you you should stand up for it but I don‘t wanna be trapped in negative energy. I‘ve been there. So yeah… it is not really escaping but finding something I can live with. I think through music I found what is interesting about this planet. I really think music is the language that everybody does speak and does bring people together. It makes it bearable on some days. This world is in a crisis. There is no Planet B. Even if I can escape to the moon whenever I want it would be a shame if you fucked it up.“

Ich frage ihn, ob sein Mond der ist, den wir kennen oder ob er seinen eigenen Mond erschaffen hat. Mit seiner Antwort erzählt er nicht nur von außerirdischen Reisenden, sondern gleichzeitig die Geschichte Jackie Moontans und wie er Musiker wurde.

„I do create my own moon but it is the moon. The only reason why Neil Armstrong and the other guys found nothing in 1969 was that they didn‘t look very far. There are definitely habitants on the moon – some of them I actually met on this planet. I am pretty sure we‘ve had some travellers from different planets coming to visit the earth. I am just one of them. I came down sometime in the seventies looking for Elvis Presley. I found him and I was disappointed. He was an overweight american guy in a rhinestone suit so the glamour wore off and it clicked for me: this is just show biz. If this guy can do it I can do it. I bought a suit and are trying it ever since.“

Sein Versuch im Musikbusiness Fuß zu fassen, ließ Jackie Moontan seine erste EP namens „Zoo“ produzieren. Auf ihr erschien der Song „Llama Fur“. Welches Verhältnis hat er zu Lamas?

„I fell in love with them first time I saw them not so long ago. For some reason soon as I put on my pink suit they start spitting at me. I think they don‘t like the colour. Before that I really got along with them now it‘s cooled down. Animals in general are close to my heart. They seem less developed than humans what makes them simpler. They are more into what surrounds them. Even if they won‘t admit a lot of humans are like animals. I get a lot of text messages, videos and memes of llamas and I have to remind the people that I am not married to a llama.“

Jackie Moontan hat sich musikalisch aber nicht nur mit Lamas beschäftigt. Ein menschliches Wesen hat es ihm besonders angetan und so nannte er einen weiteren Song seiner EP nach ihr: „Grace Jones“. Ich möchte wissen, ob sie die Personifikation der idealen Frau für ihn ist.

„I don‘t know. I am too scared of her to really think of her in any other terms than admiration. She personifies the wildest side of humans. I thought she was a wildcat first time I saw her. I tried contacting her but it never really worked out. So I wrote this song so she gets the message. Still waiting for that call, Grace!“

Um es vorweg zu nehmen: Bei seinen Auftritten in Hamburg ließ sich Grace Jones leider nicht blicken. Dafür erwartete Jackie ein zahlreiches Erscheinen von Sexarbeitern, Seemännern und Gangstern. Wobei Gangster und Sexarbeiter sowieso einen großen Teil seines Publikums ausmachen, gesteht er. Jeder ist willkommen bei seinen Konzerten. Aber noch etwas anderes als Seemänner verbindet Jackie mit Hamburg: die Beatles. Er nahm ihren Song „I Wanna Be Your Man“ in einer eigenen Version neu auf. „Everything over 120bpm makes me piss my pants so I have to take things slowly. The Beatles have been very colourful in the landscape of music so they obviously stand out for me“. Welchen Musiker Jackie aus der Jetzt-Zeit schätzt, ist Conan Mockasin, wie er mir erzählt. Weil er „full of joy“ ist.

Voller Freude dürfen wir uns auf „Zoo Part II“ von Jackie Moontan freuen. Es erscheint im Oktober über Baguette Publishing. Die Songs darauf wurden im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit wie „Zoo“ aufgenommen. Jackie schreibt weiter fleißig an Songs, die er nächstes Jahr voraussichtlich auf einem Album herausbringen wird. Das wird genauso „ridiculous and grand“ werden wie alles, was ihr im Interview von Jackie lesen konntet. Das verspricht er. Bis dahin bringt er uns den Charmes des Mondmannes Jackie Moontan mit den Songs seiner „Zoo“-EPs näher.

Jackie Moontan in Hamburg 2019, Foto: Helen von Daacke