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„Bitte schaut nicht weg“ – Joko und Klaas widmen ihre Sendezeit dem Alltag im Krieg in der Ukraine #dontlookaway

„Wir haben Kameras in die Ukraine geschickt und die Menschen gefragt:
‚Was würdet ihr uns über euren Alltag erzählen?‘
‚Was sollten wir sehen?‘

Das ist es, was sie uns zeigen wollen. So sieht ihr Alltag aus. Das ist ihr Leben.

Bitte schaut nicht weg!

#dontlookaway“

Ich habe die dreistündige Dokumentation von Joko & Klaas noch nicht gesehen. Das vorweg als Disclaimer.

Aber allein das, was man darüber liest, klingt nach einem jener seltenen Fernsehmomente, die weit über Unterhaltung hinausgehen.

Für #dontlookaway wurden Kameras an fünf Menschen in der Ukraine gegeben: einem Drohnenpiloten, einem Chirurgen, einem Evakuierungshelfer, einer Verwaltungsmitarbeiterin in Cherson und einem Polizisten. Keine Moderation. Keine erklärende Stimme aus dem Off. Keine Dramaturgie, die das Geschehen für uns einordnet. Stattdessen FPV, First Person View, Ego-Perspektive. Das, was diese Menschen sehen, sehen wir auch.

Der Krieg in der Ukraine ist für viele von uns längst zu einer Nachricht geworden, die zwischen anderen Nachrichten verschwindet. Obwohl die Front nur wenige Flugstunden entfernt verläuft, hat sich ein Großteil Europas emotional von diesem Krieg entfernt. Genau gegen dieses Wegsehen scheint sich #dontlookaway zu richten.

Der Krieg ist dort kein Ausnahmezustand mehr. Er ist Alltag geworden.

Vielleicht liegt genau darin die Stärke dieses Projekts. Nicht darin, spektakuläre Bilder zu zeigen, sondern darin, sichtbar zu machen, wie sich ein Leben anfühlt, in dem die Gefahr permanent über den Köpfen schwebt. Wie Menschen versuchen, Mensch zu bleiben, während um sie herum das Unfassbare zur Routine wird.

Wenn eine Unterhaltungssendung ihre gewonnene Sendezeit nutzt, um drei Stunden lang auf das Leid eines Krieges aufmerksam zu machen, dann ist das zumindest bemerkenswert. Und vielleicht tatsächlich das, was einige bereits ein Stück Fernsehgeschichte nennen.

Ich werde mir die Dokumentation ansehen – allerdings erst dann, wenn ich mich emotional stabil genug dafür fühle.

Und ihr vielleicht auch.

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