StartMusikApsilon provoziert mit „Keiner von euch“ – Fans feiern, Politik reagiert

Apsilon provoziert mit „Keiner von euch“ – Fans feiern, Politik reagiert

Mit „Keiner von euch“ veröffentlicht Apsilon die nächste Single aus seinem kommenden Album „GLANZ NULL“ – und liefert damit schon jetzt einen der meistdiskutierten deutschsprachigen Rap-Tracks des Jahres. Bereits vor Release gingen Ausschnitte des Songs auf TikTok und Instagram viral, insbesondere jene Zeilen, in denen Apsilon scharf gegen politische Symbolpolitik, mediale Vereinnahmung und die Mechanismen kultureller Anerkennung austeilt.

Dabei nennt er sogar konkrete Namen: Lars Klingbeil, Cem Özdemir und Jens Spahn tauchen im Songtext ebenso auf wie Seitenhiebe gegen Medienhäuser, Szene-Netzwerke und eine Öffentlichkeit, die migrantische Perspektiven gerne feiert – solange sie nicht unbequem werden. Apsilon formuliert daraus eine kompromisslose Absage an falsche Zugehörigkeit und performative Solidarität.

Musikalisch bleibt „Keiner von euch“ düster, direkt und kontrolliert wütend. Der Beat wirkt reduziert und angespannt, während Apsilon zwischen persönlicher Entfremdung, politischer Frustration und Selbstbehauptung pendelt. Besonders stark: Der Song verliert trotz aller Schärfe nie komplett seinen ironischen Unterton. Immer wieder blitzt ein trockenes Augenzwinkern durch, das die Härte der Aussagen noch wirkungsvoller macht.

Dass der Track schon vor Veröffentlichung hohe Wellen geschlagen hat, zeigt vor allem die Reaktion im Netz. Viele Fans feiern Apsilon dafür, endlich das auszusprechen, was im deutschsprachigen Rap oft nur angedeutet wird. In Kommentarspalten ist von „dem wichtigsten deutschen Rap-Song des Jahres“ ebenso die Rede wie von „endlich wieder echter Haltung“. Andere werfen ihm dagegen Pauschalisierung oder kalkulierte Provokation vor.

Auch Medien griffen die viralen Snippets schnell auf. Besonders diskutiert wurde die Frage, ob Apsilon mit seiner Kritik bewusst die Nähe zur politischen Debatte sucht – oder gerade deren Vereinnahmungsmechanismen ablehnt. Genau diese Ambivalenz scheint jedoch Teil des Konzepts zu sein: Apsilon positioniert sich nicht als Sprachrohr, sondern als jemand, der sich dem Zugriff aller Seiten entzieht.

Sogar aus der Politik kamen erste Reaktionen. Während einige Stimmen die Kritik als legitimen Ausdruck künstlerischer Freiheit verteidigen, wird andernorts diskutiert, ob die direkte Namensnennung einzelner Politiker eine neue Eskalationsstufe in der Beziehung zwischen Deutschrap und politischem Diskurs markiert. Dass ein Rap-Snippet inzwischen politische Debattenräume erreicht, zeigt aber vor allem, wie sehr Apsilon mit „Keiner von euch“ einen Nerv getroffen hat.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden