Start Kritiken Albumdebüt: "Purposely Uncertain Field" von Lake People

Albumdebüt: „Purposely Uncertain Field“ von Lake People

Foto: Brenda Magdalena Wald
Foto: Brenda Magdalena Wald

Lake People ist spätestens seit seiner EP „Point in Time“ (2012), die Dixon, Âme und weitere DJs in ihre Sets und Mixe zum Beispiel für den Boiler Room einbauten, einem breiterem Publikum bekannt. Seither bespielt Martin Enke aka Lake People die Locations in aller Welt, zuletzt im November in Dubai, Australien und Südafrika. Heute ist sein Debütalbum „Purposely Uncertain Field“ auf Permanent Vacation erschienen.

Das Album

Zwar ist auf „Purposely Uncertain Field“ jeder Track sehr individuell gestaltet, trotzdem gibt es verbindende Elemente zwischen den Stücken, die den Eindruck hinterlassen, hier habe jemand ein Album mit viel Liebe zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Dass das so gewollt ist, sagt Enke selbst im Interview mit dem Groove-Magazin: „Ich konnte mir ein Album lange nicht vorstellen. Für mich muss ein Album dramaturgisch schlüssig sein. Einfach lose Tracks ohne Verbindung aneinanderzureihen käme mir nicht sinnvoll vor.“ Und um das Ganze wirklich rund zu machen, nahm er sich nachdem alle Tracks fertig waren noch einmal drei Monate Zeit für das Mixing.

Artwork_Lake_People-Purposely-Uncertain-Field

Die Tracks

Der Einstieg mit „Escape Velocity“ ist phänomenal. Wie der Name sagt, gibt es hier treibende Bass-Line, die den ersten Track der Platte zu einem tanzbaren Stück macht und mehr erhoffen lässt. Verbindendes Element zu Stück zwei – „Driftin Red“ – sind jedoch lediglich die sphärischen Ambient-Sounds, die teilweise an Urwaldklänge erinnern. Der Beat ist jedoch um einiges zahmer. Bei „Entangled“ gibt es wieder exotische Sounds, dabei passiert in dem nur 2.11 Minuten langem Track jedoch so wenig, dass man das Stück quasi als Verschnaufpause werten kann, bevor es dann in „Lamb Shift“ dank feiner Acid-Anleihen wieder spannend wird. „Cooping“ und „Orb“ erzählen dem Zuhörer dann wieder ruhige Geschichten, die eine geradezu cinematische Atmosphäre mitbringen. Mit Track sieben – „Illuminated“ – bringt uns Lake People dann zurück auf die Tanzfläche. Sehr schön: Die an Silvesterraketen erinnernden Sounds. „Blackpoint“ und „Bora“ sind wieder sehr stark mit Ambient-Elementen durchsetzt und eher ruhig. Genauso wie „Glease“ und „Distance“, die letzten beiden Tracks, die eine einzigartige Erzählstruktur mitbringen. In „Distance“ hat man tatsächliche ein wenig das Gefühl, selbst durchs Paradies zu wandeln – zwitschernde Vögel und raschelndes Gras inklusive.

Fazit

Ich finde die Lake Peoples neuen Wurf recht unterhaltsam, hätte mir jedoch mehr Tracks mit tanzbaren Beats gewünscht. Viele der Stücke sind sehr verträumt, narrativ und eher etwas zum den-ganzen-Sonntag-im-Bett-verbringen. Bei „Escape Velocity“ und „Lamb Shift“ komme ich jedoch voll auf meine Kosten.

 

Und hier könnt ihr selbst reinhören:

 

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Lake People live

Martin Enke gibt sich die Ehre und tourt durch Europa. Auch Stationen in Deutschland stehen auf dem Plan:
Freitag, 13.2.: Lake People – Live & Red Robin in der Villa Nova, Hamburg
Freitag, 20.2.: Deep im Heinz Gaul, Köln
Samstag, 28.2.: Klubnacht im Berghain/Panorama Bar, Berlin
Weitere Termine bei Resident Advisor

Theresa
Exil-Pfälzerin und Journalistin in Hamburg/St. Pauli.

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