Start Musik 50 Jahre "We're Only In It For The Money" von Frank Zappa

50 Jahre „We’re Only In It For The Money“ von Frank Zappa

Geld regiert die Welt und die Kunst, ja die Musik ist doch ebenso nur ein kapitalistisch geprägter Markt, der sich alles nimmt, was er verkaufen kann und es mit mythisch aufgeladenen Biographien versieht, um so den Musikern einen Hauch von Glanz und Gloria zu verleihen. So dachte wohl auch Frank Zappa 1968, als er zusammen mit den Mothers of Invention das Album „We’re only in it for the Money“ aufnahm. Denn mit seinen Kinnhaken, die er in alle Richtungen verteilt, rechnet er mit Heuchelei, mit vorgegeben-vorgetäuschter Idylle, mit restriktiven Systemen und mit der überhöhten und mystifizierten Rolle des Musikers ab. Das Album ist Parodie und sarkastisch bis zynische Abrechnung mit Hippies, Konservativen, 0815-Fans und anderen Bands – wie den Beatles. Denn offensichtlicher als Zappa es getan hat, kann man wohl ein Cover wie das der Sgt. Pepper-Platte der Beatles nicht persiflieren.

Aber: Das Album ist auch ein Fortschreiben der Kunstwerdung in der Pop- und Rockmusik. Denn was innerhalb der 19 Songs in 39 Minuten an klanglicher Meisterleistung steckt, an raffiniertem Einsatz von Studiotechnik und Verschränkung verschiedenster Stile von Psychedelic über Pop und Music Concrète ist nicht einfach als Parodie ab zu tun. Zappa und seine Mitmusiker erstellen einen avantgardistisch fortschreitenden Klangkosmos, der ein hohes Maß an Sensibilität für gesellschaftliches Treiben und ausgehöhlten, zu entlarvenden Phrasen aufweist. Klar, das ist lustig, aber es ist auch bitterböse ernst dabei.

Wir haben uns also „We’re only in it for the Money“ noch einmal angehört und viel zu viel festgestellt, um auch nur im Ansatz innerhalb eines Podcasts die Schichten des Albums nebeneinander auszubreiten. Aber ein paar Anker, die das Hören sortieren können, sind uns dann wohl doch gelungen. Wir haben es ja auch nicht des Geldes wegen getan“¦ (Till)

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Sebastian
Sebastian stammt aus Saarbrücken, lebt und studiert gerade aber in Münster. Konzerte besucht und Musik hört er dort ebenfalls, wovon gelegentlich hier zu lesen ist: http://mordopolus.tumblr.com/

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