Alle Bilder via @DerSchulze

Während in Hamburg gerade die Elbphilharmonie feierlich mit einem Konzert des Elbphilharmonie Orchesters eröffnet wird (hier geht’s zum Livestream), leuchten am Hamburger Hauptbahnhof eventuell noch ein paar der gekaperten Schaukästen, die darauf hinweisen, dass man die 789 Millionen Euro natürlich auch hätte anders investieren können.

„Weil Kostenexplosion auf’s 10-fache begrenzt wurde Vorbild ELPHI: BER neidisch?“
„Endlich 44 neue Appartements für Hamburg! SOZIALER WOHNUNGSBAU FÜR HANSEATISCHE KAUFLEUTE“
2 KONZERTSÄLE FÜR 789 € MIO. EURO #YOLO“

Gekapert wurden die Schaukästen von Dies Irae. Sie schreiben auf Facebook:

Nichts gegen Kultur.
Aber das Projekt Elbphilharmonie ist ein Projekt von Privilegierten für Privilegierte.
Die Stadt Hamburg hat ordentlich reingebuttert: 10 x so teuer wie ursprünglich geplant. Satte 789 Mio. Euro hat der abgebrochene Dinosaurier-Zahn in der HafenCity gekostet. Sechs Millionen Euro fallen jährlich für den Unterhalt an. Der Hochkultur-Tempel ist DER „Leuchtturm“ der Hansestadt.
Wie viele kleinteilige Projekte hatten statt dessen realisiert werden können, in denen Menschen an Kultur herangeführt werden? Klassische Musik wird junge Menschen nur begeistern, wenn ihnen diese Welt nicht verschlossen bleibt. Wie viele Kinder hätten musikalische Förderung bekommen können? Wie viele Theaterpädagogen hätten mit Jugendlichen zu gesellschaftsrelevanten Themen arbeiten können…
Wann immer ihr hört: „Dafür hat die öffentlichen Hand leider kein Geld“. BULL-SHIT! Es geht viel mehr um den politischen Willen sich für oder gegen ein Projekt auszusprechen.
Wenn in Hamburg während der Epoche „Elphi“ eines der vielen chronisch unterversorgten Frauenhäuser schließen muss, es keine Kita Plätze gibt, oder ihr an den Stadtrand gentrifiziert werden sollt, dann besetzt bitte dieses Konzerthaus!

Und dort findet auch eine sachliche Diskussion zu Aktion statt.