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Top Five Videos – Die besten Videos der Woche

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Passend zur Verleihung der VMAs gönnten wir uns in der vergangenen Woche eine kleine Top Five Sommerpause, bevor man von einer solchen rein meteorologisch auf keinen Fall mehr sprechen kann. Ganz entspannt konnten wir also besagtes Event aus der Ferne verfolgen und feststellen, dass die Preisverleihung ganz großer Quatsch ist, jedenfalls aus der Perspektive einer Person betrachtet, die sich Woche für Woche mit Musikvideos auseinandersetzt. So wie MTV als Sender haben auch die VMAs ihren Fokus verloren, wenn sie ihn denn jemals besessen haben, anders kann man sich die Abwesenheit wirklich spannender Konzepte nicht erklären. Dass es diese gibt, stellt unsere Top Five auch diese Woche wieder unter Beweis.

5. Stanton Warriors – The One (Regie: Cisco Corea)

Es gibt gewisse Dinge, auf die das Internet einfach immer anspringt. Katzen gehören dazu, Nicholas Cage gehört dazu, und auf jeden Fall gehören Kinder in Musikvideos dazu. Diese Woche spielten die Stanton Warriors in ihrem Video zu „The One“ diesen Trumpf in voller Breite aus. Gleich eine ganze Horde junger Menschen imitiert hier einen handelsüblichen Kleinstadt-Partyabend, der mit ausgewachsenen Darstellern kaum ein müdes Lächeln wert wäre. Aber mal ehrlich, wenn da Kinder mit gefälschten Ausweisen hantieren und die kleinen Nerds an Türstehern scheitern, muss man schon ein ziemlich kaltherziger Bastard sein, um nicht mindest ein fünften Platz springen zu lassen.

4. Eagles Of Death Metal – Complexity (Regie: Liam Lynch)

Okay, es gibt deutlich undankbarere Jobs, als ein Video über die Eagles Of Death Metal zu drehen. Liam Lynch ist sich dieser Aufgabe bewusst und reduziert seinen Einfluss auf das Schaffen passender Rahmenbedingungen: stilvolles schwarz/weiß, spießig-intellektuelle Kleidung, ein paar Accesoires und psychedelische Effekte. Mitten hinein werden Jesse Hughes und Josh Homme platziert, zwei Typen, wie man sie sich geeigneter für ein Musikvideo nicht ausdenken könnte. Der Rest passiert von alleine, ohne jeden Hauch von „Complexity“.

3. Schnipo Schranke – Cluburlaub (Regie: Katharina Duve)

Pünktlich zum Release ihres Debüt-Albums haben Schnipo Schranke am Freitag ein neues Video rausgehauen. Dieses Mal gibt es zwar keine Genitalien zu bestaunen, dafür aber wundervollen Schabernack rund ums Thema Urlaub und digitale Aufarbeitung dessen. Das sieht ein bisschen so aus, als hätte die örtliche Bastelgruppe plötzlich Green Screens (vielleicht durch ein HGich.T Video?) für sich entdeckt, glückt aber gerade mit dieser Mischung aus Ernsthaftigkeit und Naivität. Den Ohrwurm gibt es mit „Cluburlaub“ kostenlos obendrauf.

2. Unknown Mortal Orchestra – Can’t Keep Checking My Phone (Regie: Dimitri Basl)

Unknwon Mortal Orchestra sind eine Band, die sehr vage, assoziationsreiche Musik spielen. Es war also genau die richtige Entscheidung von Regisseur Dimitri Basl, eben diese Stärke in Bilder umzumünzen. Er selbst habe dabei laut eigener Aussage versucht, verschiedene Ideen zu bebildern, die sich alle aus einem ähnlichen Themenkomplex speisen. Das Bild an sich steht dabei tatsächlich stark im Vordergrund: So sehen wir illustrierte Störungen und bizarre Phänomene, die sich bar jeder Story durch das Video ziehen. Die Worte zum jeweiligen Tableau werden eingeblendet, und jedes Einzelne lädt für wenige Sekunden zum Staunen ein, bevor es von seinem Nachfolger abgelöst wird. Ein eigenwilliges Konzept, das glücklicherweise voll und ganz aufgeht.

1. Media Jeweler – Passport Invalid (Regie: Anthony Joseph Lucido)

Kleiner Aufmerksamkeitstest: Welche These wurde heute bei Platz 5 aufgestellt? Richtig: Mit Kindern in Musikvideos macht man generell mal nichts falsch. Wie man sogar sehr viel richtig machen kann, zeigten in dieser Woche Media Jeweler. Zur Illustration ihres Songs „Passport Invalid“ setzen sie jedoch nicht auf die niedliche Strahlkraft der Jugend, sondern auf unverfälschte, kindliche Grausamkeit. Opfer dieser werden drei aufblasbare Spielfiguren, die nach einem ersten, überraschenden Angriff vor ihrem Peiniger fliehen wollen. Erzählt wird das knapp, knackig, und doch versehen mit genug Details und vor allem inszenatorischem Feingefühl, um mich den Replay-Button wieder und wieder drücken zu lassen.