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TOP FIVE VIDEOS – Die besten Musikvideos der Woche

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Bei 50 Cent ist der Name derzeit Programm. Weil er aus Rache ein Sextape seiner Ex-Freundin im Internet veröffentlichte, muss der Rapper nun Insolvenz anmelden, um die geforderte Zahlung von 4,5 Millionen US-Dollar Schadensersatz, zu umgehen. Der Arme. Immerhin wurde jüngst eine digitale Wohltätigkeitsaktion ins Leben gerufen, damit er uns auch in Zukunft mit Songs und Fotos über sein horrendes Vermögen beglücken kann.
Dass Geld ein wichtiger Faktor beim Dreh von Musikvideos ist, ist offensichtlich. Mit einem größeren Budget lassen sich pompösere Szenen einfangen und bekanntere Schauspieler engagieren. Unsere wöchentliche Serie TOP FIVE VIDEOS beweist aber oft genug, dass Geld nun doch nicht alles ist. Weitaus wichtiger ist, neben der Idee, auch in wiefern das Visuelle und das Auditive miteinander funktionieren.
Auch in dieser Ausgabe siegt Originalität gegen Cash. Das freut uns und 50 Cent bestimmt auch.

5. Marilyn Manson – Third Day Of A Seven Day Binge
(Regie: Jeremy Danger & Travis Shinn)

Es gab lange Überlegungen, welches Video den fünften Platz belegen sollte. Zur Auswahl stand neben „Third Day Of A Seven Day Binge“ von Marilyn Manson, noch „Melting Place“ von JEFF The Brotherhood, das mit einer eigenen Optik zwischen Led Zeppelin und Monty Python, zu überzeugen wusste. Das Rennen hat nun doch der Altmeister und sogenannte Schockrocker gemacht.
Zum einen, weil sein Styling so faszinierend und geradezu hypnotisierend wirkt und zum anderen, weil der Song so grandios ist und zeigt, dass Brian Warner noch immer musikalisch ausgefuchst ist wie wenige.

4. Nicolas Godin – Widerstehe doch der Sünde (Regie: The Sacred Egg)

Nicolas Godin, besser bekannt als die eine Hälfte des Duos Air wandelt neuerdings auf Solopfaden und wird im September sein Debüt namens „Contrepoint“ veröffentlichen, das von den Werken von Johann Sebastian Bach inspiriert ist. Die zweite Auskopplung des Albums heißt „Widerstehe doch der Sünde“ wie die berühmte Kirchenkantate des deutschen Komponisten, die in einer legendären Version von Glenn Gould adaptiert wurde.
Im Video sehen wir surfende Zombies, was konzeptuell ein großes Risiko darstellt, wenn man nicht in die Trash Ecke geschoben werden will. Weil es aber doch so gut funktioniert und sogar einen gewissen poetischen Ansatz vermittelt, ist der vierte Platz sehr verdient.

3. Haleek Maul – Money God (Regie: ESNAF)

Und schon wieder geht es um Geld. In dem herausragenden Track „Money God“ besingt der junge Haleek Maul eine grausame Gottheit, die ihn in den Exzess und zum körperlichen Verfall führt. Zu sehen bekommen wir neben standardisierten Rap-Gestiken auch einige bislang unbekannte Moves. Dass es sich hierbei tatsächlich um einen Ausdruckstanz handelt, erklärt er der Plattform FADER („This is me personifying excess and decadence while reflecting on the ills of the world that are consequential of these systems which perpetuate an ignorance to love and compassion in the spheres which they exist“¦“) und prangert den Missstand an, dass jeder Mensch gezwungen wird in einem System zu funktionieren, das ein Abhängigkeitsgefälle begünstigt, in dem Geld mit Macht gleich gesetzt wird.
Bei soviel Sozialkritik wundert es nicht, dass Maul zuletzt mit Saul Williams auf Tour war, dessen Stimme am Ende des Tracks zu hören ist.

2. U2 – Song For Someone (Regie: Vincent Haycock)

An unserem zweiten Platz sieht man, was man mit Geld alles erreichen kann. So ist es U2 gelungen Woody Harrelson zu engagieren, der einen irischen Häftling mimt, der im Verlauf des Videos aus dem Gefängnis entlassen wird. Draußen angekommen wird er von seiner Tochter in Empfang genommen, die ihn als einen Fremden empfindet. Was nach einer irisch-amerikanischen Version von „Berlin Alexanderplatz“ klingt, ist es nicht. Denn das Musikvideo von Vincent Haycock vermittelt nicht im Ansatz den Tiefgang, den man sich von einem neun-minütigen Clip erhofft.
Wenigstens müssen wir das schmalzige Lied „Song For Someone“ nur über die halbe Strecke des Videos ertragen und können uns wieder dem einzigen Grund widmen, weshalb der Clip trotz aller Kritik den zweiten Platz belegen darf: Woody Harrelson verdammt.

1. Yo La Tengo – Friday I’m In Love (Regie: Jason Woliner)

Die LP „Stuff Like That There“ von Yo La Tengo erscheint am 28. August 2015 und wird größtenteils aus Coverversionen bestehen. Angekündigt ist das Album als gedanklicher Nachfolger ihres legendären Werks „Fakebook“ von 1990, zumal man wieder mit dem ehemaligen Gitarristen Dave Schramm zusammen arbeitet. Die erste Single „Friday I’m In Love“ (im Original von The Cure) unterstreicht, dass man sich nach allerlei Ausflügen in Punk und Noiserock, wieder den ruhigen Tönen widmen möchte.
Im Musikvideo sehen wir Sängerin und Gitarristin Georgia Hubley auf einem unheilvollen Spaziergang. Während sie in aller Ruhe kleine Knetfiguren einsammelt, fallen gigantische Herzen vom Himmel, die die Menschen in Blutfontänen zerschmettern. Was wie eine grausame Horrorvision klingt, ist in dieser Visualisierung von Jason Woliner eine höchst amüsante Geschichte und markiert unseren ersten Platz.


Yo La Tengo – Friday I’m In Love on MUZU.TV.