
Hayley Williams kennt man als Frontfrau von Paramore, einer der stilprägenden Alternative-Bands der letzten zwei Jahrzehnte – die allerdings lange an mir vorbeigegangen ist. Dass sie aber auch jenseits dieser Rolle eine außergewöhnliche Künstlerin ist, habe ich erst gegen Ende des Jahres so richtig für mich entdeckt – und ihr aktuelles Album „Ego Death At A Bachelorette Party“ war dabei der entscheidende Auslöser.
Das Album zeigt Williams schonungslos offen, musikalisch reduziert und emotional maximal direkt. Zwischen Indie-Folk, Lo-Fi-Pop und intimen Songwriter-Momenten kreisen die Songs um Identität, Abschiede, Selbstzweifel und Neubeginn. Keine großen Gesten, dafür viele Details, die lange nachhallen.
Auch die Musikkritik ist sich weitgehend einig: „Ego Death At A Bachelorette Party“ gehört zu den stärksten Releases des Jahres. Bei albumoftheyear.org landet das Album in der Jahreswertung 2025 aktuell auf Platz 2 der bestbewerteten Alben nach „LUX“ von – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark dieses Werk eingeschlagen hat.
Dass Hayley Williams stilistisch überall andocken kann, zeigt zudem ihr Feature auf Turnstiles „Seein’ Stars“ vom Album „Never Enough“, meinem Lieblingsalbum des Jahres. Ihre Stimme bringt dort eine fast schwebende Melodik in den Hardcore-Sound der Band und macht den Song zu einem echten Highlight.
Songs für einen guten Einstieg in „Ego Death At A Bachelorette Party“:
„Discovery Channel“ (Official Visualizer)
„Ego Death At A Bachelorette Party“ (Official Video)
True Believer (Live at The Tonight Show Starring Jimmy Fallon)
Ein Album, das sich leise einschleicht – und dann lange bleibt. Für mich eine der späten, aber nachhaltigsten Entdeckungen des Jahres.