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Musikvideo der Woche #8: K.I.Z. – Verrückt nach dir (NSFW)

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Während ich hier die wöchentlichen Testspiel-Musikvideo-Oscars auslose, steht auf der anderen Seite des Antlantiks die eigentliche Preisverleihung in den Startlöchern – und mit ihr auch die Debatte darum, wie man mit der Tatsache umzugehen hat, dass in diesem Jahr nur Weiße nominiert sind. Spätestens mit dem Statement Anohnis hat der Streit nun auch das Musikgeschäft erreicht, was bei mir wie so oft die Frage aufwirft, wieso man sich überhaupt noch mit derart überholten, jeder Relevanz beraubten Institutionen auseinandersetzt – man denke nur an die absurde Prämierung von „Drones“ als bestes Rockalbum des Jahres bei den Grammys. Bevor wir uns hier nun aber komplett in zusammenhanglosem Bashing verlieren, sprechen wir  lieber über die Musikvideos der vergangenen Woche.

Da gab es nämlich etliche preisverdächtige Leistungen, unter anderem Rosamund Pikes entrückten Kampf gegen eine Metallkugel im Video zu Massive Attacks „Voodoo In My Blood“. Noch einen Tacken besser hat uns jedoch diese kleine Absurdität gefallen:

K.I.Z. – Verrückt nach dir (Regie: unbekannt)

Bei all dem Airplay, den Lobhudeleien und dem Gewäsch von der Erwachsenwerdung der deutschen Hip Hop Gruppe K.I.Z. hätte man ja beinahe vergessen können, dass die Crew früher einmal immer wieder gerne für einen handfesten Skandal gut war, einfach weil sie die Grenzen zwischen Ironie und Ernst, zwischen Politik und Klamauk, zwischen Humor und finsterem Pessimismus nicht respektieren wollten. Kam meist bei keiner der beiden Seiten gut an, übrigens.

Nun also nach all der Henningmayerei und den Friedensvisionen ein Video zu einem Lied in schönster „Neuruppin“ Manier. Wer sich noch über „Hurra die Welt geht unter“ freut, der wird hier mit einer feinen Schlachtplatte überrascht. Tarek, Maxim und Nico morden sich als sympathische Außenseiter mit Hang zum Stalking durch die Frauenwelt, die mit ihnen eher weniger zu tun haben möchte. Das Ganze lebt neben den fiesen Szenarien vor allem von den stabilen Schauspielfähigkeiten der Beteiligten sowie der krisseligen VHS-Ästhetik, die für eine perfekte Mischung aus Trash und Beunruhigung sorgt.

Bonus: Als Hinführung zum Clip gab es in den vergangenen Tagen eine Crime-Mockumentary-Reihe, in denen die drei Rapper je einen Psychopathen verkörperten. Ebenfalls sehenswert!

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Sebastian
Sebastian stammt aus Saarbrücken, lebt und studiert gerade aber in Münster. Konzerte besucht und Musik hört er dort ebenfalls, wovon gelegentlich hier zu lesen ist: http://mordopolus.tumblr.com/

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