Start Musik Musikvideo der Woche #18 : Radiohead – Daydreaming

Musikvideo der Woche #18 : Radiohead – Daydreaming

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Wir befinden uns mitten in einer turbulenten Woche, also verlieren wir nicht mehr Worte als nötig und konzentrieren uns auf die wesentlichen Punkte: Axl Rose und AC/DC haben ernst gemacht und ihr erstes gemeinsames Konzert gespielt, was in der Rockwelt trotz der immensen musikalischen Irrelevanz für Furore sorgte und heiß diskutiert wurde. Ungleich spannender war jedoch im Grunde die überraschende Veröffentlichung des lange in der Schwebe befindlichen James Blake Albums „The Colour In Anything“, das sicherlich die Sensation der Woche wäre, hätten Radiohead nicht nachgezogen und nach einer (digitalen) Schnitzeljagd das Release ihres neuntes, noch unbetitelten Albums für heute, 19:00 Uhr britischer Zeit angekündigt. Es bleibt also spannend, die Warterei verkürzen kann man sich jedoch immerhin mit zwei formidablen Videos, die im Laufe der Woche gleich Brotkrumen gestreut wurden.

Radiohead – Daydreaming (Regie: Paul Thomas Anderson)

Und ja, eines davon ist zwingend unser Video der Woche geworden, so naheliegend es auch ist. Doch ganz ehrlich: Sowohl Paul Thomas Anderson als auch Radiohead stehen eben für ein hohes Maß an Qualität, das hier in ein famoses, traumwandlerisches Video mündet. Im Fokus steht, erinnernd an das ikonisch gewordene Video zu „Lotus Flower“, Thom Yorke, doch statt obskurer Tanzschritte begleiten wir den Sänger dieses Mal auf einer rätselhaften Reise.

Yorke durchschreitet Tür um Tür und gelangt in immer neue Räume, ohne erkennbaren Sinnzusammenhang. Der schwebende Track verstärkt den Eindruck von Desorientierung, der durch die Unberechenbarkeit der Situationen hervorgerufen wird. Die Mimik Yorkes bleibt ambivalent, mal wirkt er neugierig, mal erfreut und mal ernsthaft irritiert, ohne das sich der Grund dem Betrachter je direkt erschließt. Komplettiert wird die Verwirrung durch die letzten, tonlosen Worte, die Yorke erschöpft in einer verschneiten Höhle murmelt. Das Rätselraten geht im Internet weiter, passt in seiner fehlenden Auflösung jedoch herovrragend zum Gesamteindruck des selbstverständlich auch frei von Überlegungen schön anzusehenden Clips.