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Musikvideo der Woche #13: Yours Are the Only Ears – Low

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Es gibt solche Wochen in denen man aus musikszenischer Sicht gar nicht so viel sagen kann. Doch eine Sache sei kurz erzählt bevor wir uns der Kür unseres Lieblingsvideo widmen. Und zwar zur Person Carlos Dengler: Er war bis 2010 Bassist und Aushängeschild bei Interpol. Er war, neben Sänger Paul Banks, der Posterboy der Band; derjenige der mal auf den Putz haute und nebenbei Bassriffs erfand vor denen sich ein Peter Hook nur verneigen konnte. Irgendwann behauptete er aber Bassspielen mache keinen Spaß mehr, hat ihm eigentlich nie Spaß gemacht und er wolle sich jetzt lieber auf seine Schauspielkarriere konzentrieren (Interpol adé). Offensichtlich ist er mit seinem Vorhaben gescheitert, denn vor wenigen Tagen war er in den Reihen einer Studioband einer unbedeutenden amerikanischen Late Night Show zu sehen. Er heißt jetzt nur noch Carlos D und wurde von Studiogast Tracy Morgan zwar wahr genommen, aber nicht erkannt. Auch wenn schon Größen wie St. Vincent und J Mascis sich unter die Musiker dieser Show gemischt hatten, wird man das Gefühl nicht los, dass Dengler besser bei Interpol geblieben wäre…

Yours Are the Only Ears – Low (Regie: Taya Bayat)

Eine weitere Kuriosität dieser Woche war sicherlich, dass Rihanna und Ariana Grande zwei nahezu identische Musikvideos veröffentlichten. Sowohl in „Kiss It Better“, als auch in „Dangerous Woman“ räkeln sich beide Protagonistinnen in Unterwäsche, um von den durchaus schlechten Songs abzulenken. Ganz anders und viel besser: Yours Are the Only Ears.

Das ist das Projekt von Susannah Cutler und JongMin Lin, das musikalisch einen veträumten Lo-Fi Folk anbietet, der so zart und leise daher kommt, dass er kaum greifbar ist. So stellt man sich den ersten Frühlingstag vor, noch bevor jemand aufwacht, der den Frieden stören könnte.
Optisch inszeniert Regisseurin Tara Bayat das als einen Museumsbesuch und einen Spaziergang im Park. Beides geradezu archaische Situationen: Auf der einen Seite die Konfrontation mit der Welt, wie sie einmal war und auf der anderen Seite die Konfrontation mit sich selbst.

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Jonathan
Geboren 1988 in Ulm, lebt und arbeitet Jonathan Tyrannosaurus Kunz in Saarbrücken und leitet Kurse an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er mag traurige Musik aus den Neunzigern und ist der beste Tischtennisspieler, den er kennt.

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