
Manchmal passiert alles auf einmal. Gerade noch Proberaum im Burgenland, plötzlich Indie-Kickstart des Jahres. lovehead – das sind Anna, Leni und Mara – haben 2025 bislang im Schnelldurchlauf durchgespielt: erste Single, erste Radiocharts, erste virale Momente, erste Festival-Saison mit über 40 Shows. Jetzt folgt der nächste logische Schritt: die erste eigene Headliner-Tour zur Debüt-EP „fanta lustig“.
Vom Proberaum in die FM4-Charts
Der Startschuss fiel mit „denkst du an mich“ – ein Song, der aus dem Stand an die Spitze der FM4-Radiocharts kletterte. Für eine Band, die jahrelang im Burgenland als eingeschworene Proberaum-Community existierte, ist das mehr als nur ein Achtungserfolg. Es ist ein Statement.
Die Songs der EP entstanden nämlich lange bevor lovehead plötzlich in Playlisten und Line-ups auftauchten. „fanta lustig“ klingt entsprechend nach Tagebuch, nach Klassenzimmer, nach Schutzraum – aber nie nach Rückzug. Stattdessen verbinden sie rohe Ehrlichkeit mit dieser euphorischen Do-it-yourself-Energie, die entsteht, wenn Freundschaft und Musik untrennbar ineinander greifen.
Spätestens mit „erdnussallergie“ war klar, dass lovehead nicht vorhaben, sich irgendwo leise einzuordnen. Der Song ging viral auf TikTok und servierte gleichzeitig eine selbstbewusste, augenzwinkernde Kampfansage an ein Indie-Verständnis, das allzu lange von „ewig-traurigen Männern mit Gitarre“ dominiert wurde. lovehead drehen das Narrativ um – laut, verspielt, konfrontativ und mit einer ordentlichen Portion Spaß.
Andere Beobachter:innen haben den Sound und das Songwriting von lovehead ebenfalls in lebendigen Worten beschrieben: Bei bandup.de heißt es, dass fanta lustig acht Tracks voller „Freundschaften, Überheblichkeit und Spätsommer-Momenten“ vereint und dabei Indie-Rock mit Grunge-Elementen und einem direkten, intuitiven Songwriting verbindet. Auf diffus.de lobt man die EP für ihre „verzerrten Gitarren und lässigen Gesang mit einem eingängigen Refrain“, der den chaotischen Coming-of-Age-Alltag ungefiltert, quirlig und echt einfängt. Beide Beiträge unterstreichen, wie die Musik von lovehead Lebensenergie und unbeschwerte Intensität transportiert — etwas, das auf der fanta lustig-Tour live noch einmal neu erlebbar werden dürfte.
Festival-Feuerprobe bestanden
Bevor sie jetzt ihre eigene Tour spielen, standen lovehead schon auf großen und kleinen Bühnen – über 40 Shows im ersten Festivaljahr, dazu Support-Slots für Acts wie Berq, Provinz und 01099. Ein wilder Mix – und genau darin liegt ihre Stärke. lovehead funktionieren im Indie-Kontext genauso wie vor einem Publikum, das sonst eher Deutschrap hört.
Das spricht für Songs, die nicht nur im Schlafzimmer funktionieren, sondern auch im verschwitzten Club. Für Refrains, die kollektiv gebrüllt werden wollen. Für Momente, in denen Fremde sich anlächeln – oder spontan beschließen, selbst eine Band zu gründen.
„fanta lustig“-Tour 2026
Jetzt also die erste eigene Tour. Das Tourplakat verspricht klebrige Böden, Vodka-Kirschsaft-Atem und Schweiß in der Luft – und wir glauben das sofort. Die Termine:
20.02. – Berlin, Modus (ausverkauft)
21.02. – Hamburg, Hafenklang (ausverkauft)
22.02. – Köln, artheater (ausverkauft)
24.02. – München, Ampere / Muffatwerk
Dass Berlin, Hamburg und Köln bereits restlos ausverkauft sind, zeigt: Der Hype ist real. Aber noch wichtiger ist, ob die Band das Versprechen ihrer Songs live einlösen kann.
Ich werde mich davon am 21. Februar im Hafenklang überzeugen. Das Hafenklang ist schließlich genau so ein Ort, an dem neue Lieblingsbands geboren werden – und an dem sich entscheidet, ob aus Streaming-Euphorie echte Bühnenmagie wird.