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Benedikt Hösl

Vier Bands haben es in die letzte Runde des yourfone Songcontests geschafft. Zwei der Top 4 Künstler für die Roadshow wurden durch die Community bestimmt, die anderen beiden Künstler wurden direkt durch die Jury nominiert. Die vier Finalisten müssen nun ihre Version des neuen Titelsongs für yourfone im GAGA Studio in Hamburg einspielen, um sie später wieder der Community zu präsentieren, und sich erneut dem Voting zu stellen. Ich bin Jury-Mitglied und werde mich mit allen vier Bands in Hamburg treffen.
Vergangene Woche habe ich von meinem Unplugged Erlebnis mit Kuult in der yourfone Songcontest WG berichtet. Wieder in der WG habe ich mich mit den vier Jungs von getting private in public getroffen.

getting private in public sind Benedikt Hösl (Vocal, Akustikgitarre), Valentin Plank (E-Gitarre), Benedikt Isemann (Bass, Piano) und Laurin Korenika (Drums). Neben Pari San wurden auch getting private in publice direkt von der Jury in das Finale gewählt. Beworben hatten sich die Bayern mit ihrem schönen Video zu „No Lessons Learned“. Ich weiß noch genau, dass uns damals schon die besondere Stimme von Sänger Benedikt Hösl aka Bene auffiel. Ebenso fiel den Musikern in der Jury die leicht verstimmte Gitarre auf. Gitarren lassen sich zum Glück jedoch stimmen und das Gesamtpaket bei getting private in public überzeugte einfach.

Wie erwähnt bin ich wieder in der WG verabredet. Telefonisch hatte ich bereits angekündigt, dass Kuult die Latte für Interviews in der WG mit ihren beiden spontanen Live-Performances hoch gehängt hatten. getting private in public zeigten sich davon ziemlich unbeeindruckt und legten mit insgesamt vier Songs in Küche und Wohnzimmer nach. Zwischendurch unterhalten wir uns angeregt über ihre Musik, musikalische Vorbilder und Lieblingssongs. Die Stimmen ölen wir mit der ein oder anderen importierten bayrischen Hopfenkaltschale.

Video: getting private in public “Lessons Learned” live @ yourfone Songcontest WG

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Valentin Plank (E-Gitarre)
Benedikt Isemann (Bass, Piano)

Laurin Korenika (Drums)
Laurin Korenika (Drums)

Die vier 22-jährigen Musiker kennen sich seit über 10 Jahren. Sie sind zusammen zur Schule gegangen und haben vor drei Jahren die Band gegründet, um einmal die Bretter, die die Welt bedeuten, betreten zu dürfen. Sie alle investieren viel Zeit in ihre Musik und verfolgen ihr Ziel, noch in diesem Jahr eine EP zu veröffentlichen. Auch möchten sie dieses Jahr so viel wie möglich live spielen. Ebenfalls im Jahresplan von getting private in public steht, dass sie dieses Jahr noch einen Verlag finden. Bei all den musikalischen Zielen, ist allen Bandmitgliedern klar, dass sie sich darauf nicht einzig und allein verlassen können. So studieren sie noch alle. Zwar haben einige ihrer alten Mitschüler inzwischen schon einen Bachelor in der Tasche, aber so ist das eben wenn man Musik macht.

Was ihnen neben EP und Verlag fehlt ist der Produzent oder einfach nur der musikalische Fachmann, der von außen objektiv auf ihre Musik blickt und ihnen Feedback gibt. Dieses Feedback erhoffen sie sich unter anderen von dem erfahrenen Produzenten Henrik Menzel, der mit ihnen zusammen im Studio im Rahmen des Songcontests arbeiten wird.
Auch getting private in public sind über ihren Manager zum Songcontest gekommen. Dieser hatte den Songcontest bei seiner Recherche entdeckt. Am Ende waren alle sehr überrascht über das direkte Voting durch die Jury. Umso mehr freut man sich auf die Arbeit mit Henrik.

Video: getting private in public “Bottle” live @ yourfone Songcontest WG

Video: getting private in public “Things Left To Say” live @ yourfone Songcontest WG

„Heutzutage muss man schon sehr ausproduziert sein, um überhaupt eine Chance zu haben.“ Elektronische Bands hätten es da etwas leichter als die klassische Band mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, meint Bene.

Wir unterhalten uns den Abend viel über andere Bands, Künstler, Festivals und Konzerte. Auch als später am Abend noch Henrik zu uns stößt, bleiben wir immer wieder bei der einen oder anderen Band hängen. Mir wird schnell klar, dass man die musikalischen Einflüsse der Bandmitglieder als recht unterschiedlich bezeichnen darf. Drummer Laurin hört viel Hip-Hop, Gitarrist Valentin ist großer Arctic Monkeys Fan und hört viel Indie-Rock, Basser Benedikt kommt vom Punk, hört aber auch viel Singer-Songwriter. Und Sänger Bene hört viel altes Zeug. Die Mischung aus den unterschiedlichen Einflüssen macht den eigenen Sound der Band nach eigenen Aussagen aus, den man gern als Indie-Folk bezeichnen darf.

Irgendwann zwischendurch und über meine Leidenschaft zu Prince landen wir bei „Nothing Compares To You“. Der Song zählt zu Benes Lieblingssongs. Bene, der auch ein großer Oasis Fan ist, meint, dass dieser Song ein in sich geschlossener Song ist, der sich selbst genug ist, der nicht mehr sein will als er ist und in seiner Einfachheit eben schon so viel sei. Auf meine Frage hin, fallen Bene noch drei weitere Songs ein:

– „Book From Boxes“ Maximo Park
– „Wonderwall“ Oasis
– „Rock’n’Roll Queen“ The Subways

Und schon sind die nächsten Stichwörter gefallen und wir unterhalten uns über The Subways, die ich mal vor langer Zeit im Vorprogramm von Weezer sah. Natürlich unterhalten wir uns auch über Oasis, die selbstverständlich niemals größer als die Beatles gewesen sind. Da sind wir uns (alle außer Sänger Bene) einig. Und wenn ich nicht meine letzte S-Bahn ins Hamburger Hinterland hätte bekommen müssen, hätte ich vermutlich noch einige Zeit länger mit getting private in public und Henrik in der Küche gesessen. Danke für den unterhaltsamen Abend.

Video: getting private in public “Boys Don’t Cry” live @ yourfone Songcontest WG