
Nach dem wuchtigen „Storm I & II“, das sich in den vergangenen Wochen zu einem der meistdiskutierten Musikvideos des Jahres entwickelt hat, legen GENER8ION jetzt mit dem Titeltrack ihres neuen Albums „Love & Tears“ nach. Und erneut beweist das Projekt, dass es eigentlich nie nur um Musik geht.
Hinter GENER8ION stecken der französische Produzent Surkin (Benoît Heitz) und der Regisseur Romain Gavras. Letzteren kennen regelmäßige Testspiel-Leser:innen bereits bestens: Über die Jahre hatten wir hier mehrere seiner Arbeiten im Blog – von seinen legendären Clips für M.I.A., Justice oder Jamie xx bis hin zum jüngst erschienenen „Storm“. Gemeinsam erschaffen Surkin und Gavras unter dem Namen GENER8ION eine eigene audiovisuelle Welt, irgendwo zwischen Musikvideo, Kurzfilm, Kunstinstallation und Zukunftsvision.
Bereits vor einigen Wochen wurde das Album mit einem atmosphärischen Trailer angekündigt. Nun ist „Love & Tears“ erschienen – samt Video, das auf den ersten Blick kaum gegensätzlicher zu „Storm“ sein könnte. Wo dort dutzende Jugendliche durch ein dystopisches Internat tobten, konzentriert sich Gavras diesmal auf eine einzige Person: Charlize Theron. In einem hypnotischen, fast vollständig statischen Setting verfolgt die Kamera jede Regung ihres Gesichts, während der Song von Yannis Philippakis, Sänger der Band Foals, getragen wird. Das Ergebnis ist weniger Spektakel als emotionale Studie – und gerade deshalb kaum weniger faszinierend.
„Love & Tears“ ist zugleich der Titeltrack des Debütalbums von GENER8ION. Das Werk versammelt Gäste wie Yung Lean, 070 Shake, Adèle Castillon oder SebastiAn und bewegt sich stilistisch zwischen Pop, Elektronik, Rock, Soundtrack-Ästhetik und futuristischen Klanglandschaften. Inhaltlich kreist das Projekt um Liebe, Melancholie und das Leben in einer nahen Zukunft – genauer gesagt im Jahr 2034, dem wiederkehrenden Schauplatz der GENER8ION-Welt.
Während „Storm“ die rohe Energie einer außer Kontrolle geratenen Jugend feierte, zeigt „Love & Tears“ die andere Seite dieser Zukunftsvision: Intimität, Verletzlichkeit und Menschlichkeit. Oder anders gesagt: Selbst am Rand der Apokalypse bleibt noch Platz für große Gefühle.