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Drei Stunden, ein Song, drei Äxte: Leoniden drehen das wohl anstrengendste Musikvideo der Welt

Wer dachte, Musikvideos seien 2026 nur noch TikTok-kompatible 30-Sekunden-Häppchen, hat die Rechnung ohne Leoniden gemacht. Die Kieler Band veröffentlicht mit „I Still Feel“ nicht nur eine neue Single, sondern gleich eine fast dreistündige Performance, die irgendwo zwischen Konzert, Kunstaktion und sportlicher Höchstleistung angesiedelt ist.

Das Konzept klingt zunächst simpel: Leoniden spielen „I Still Feel“ unter freiem Himmel immer und immer wieder live. Über 50 Mal. Doch was als Endlosschleife beginnt, entwickelt sich schnell zu einem faszinierenden Experiment. Ein riesiges Vorhängeschloss, drei Handäxte und eine Band, die sich selbst an die Belastungsgrenze bringt, sorgen für eines der ungewöhnlichsten Musikvideo-Erlebnisse des Jahres.

Besonders beeindruckend: Frontmann Jakob Amr scheint auch nach weit über zwei Stunden Dauergesang und körperlichem Einsatz noch genug Energie zu besitzen, um weiter zu tanzen, zu performen und den Song mit derselben Intensität zu zelebrieren wie zu Beginn.

Damit liefern Leoniden einen radikalen Gegenentwurf zum schnellen Musikkonsum unserer Zeit. Statt kurzer Aufmerksamkeitsspannen gibt es hier Ausdauer, Hingabe und eine Performance, die man am besten komplett erlebt, um ihren Wahnsinn wirklich zu begreifen. Wer dabei an die legendäre MoMA-Performance „A Lot of Sorrow“ denken muss, liegt nicht ganz falsch: Damals spielte The National ihren Song „Sorrow“ sechs Stunden lang am Stück. Leoniden liefern nun die 2026-Version dieser Idee – als fiebriges Musikvideo zwischen Indie-Pop, Performancekunst und kontrolliertem Wahnsinn.

Das bislang letzte reguläre Album „Sophisticated Sad Songs“ erschien 2024 und kletterte bis auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Auch 2026 bleibt die Band gefragt und steht beim niederländischen Festival Best Kept Secret gemeinsam mit Acts wie Gorillaz, Nick Cave & The Bad Seeds und Hayley Williams auf dem Programm.

Die Premiere des Videos zu „I Still Feel“ lief bereits am 4. Juni über den YouTube-Kanal der Band. Wer wissen möchte, wie viel Energie tatsächlich in einen einzigen Song passen kann, sollte einen Blick riskieren.

Stark!

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