Die vom Questlove kuratierte Liste der 100 besten Songs von Prince, veröffentlicht im Rolling Stone, ist weniger ein klassisches Ranking als vielmehr ein persönlicher Liebesbrief an einen der größten und widersprüchlichsten Künstler der Popgeschichte.
Questlove – selbst Musiker, Produzent und musikalischer Archäologe – nähert sich dem Werk von Prince nicht über offensichtliche Hits allein, sondern über dessen gesamte kreative Spannbreite. Genau das macht diese Liste so besonders: Sie würdigt nicht nur die ikonischen Songs, die jeder kennt, sondern hebt auch Deep Cuts, B-Seiten, weniger beachtete Albumtracks und Song, die Prince andere Künstler:innen und Bands gegeben hat, hervor. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild eines Künstlers, der sich nie wiederholt hat und dessen Werk sich konsequent jeder einfachen Kategorisierung entzieht.
Der zugehörige Artikel im Rolling Stone macht deutlich, dass Prince nicht einfach ein Popstar war, sondern ein eigenes Genre. Seine Musik bewegte sich mühelos zwischen Funk, Rock, Soul, Psychedelic und Gospel – oft innerhalb eines einzigen Songs. Questlove betont dabei immer wieder die Radikalität von Prince’ Ansatz: die totale künstlerische Kontrolle, die obsessive Produktivität und die Fähigkeit, Emotionen in all ihren Facetten – von purer Lust bis tiefer Spiritualität – hörbar zu machen.
Ein Song wie „The Question of U“ steht exemplarisch für diese Tiefe. Hier zeigt sich Prince von seiner verletzlichsten Seite: reduziert, introspektiv und fast schon meditativ. Solche Stücke sind es, die in der Liste neben großen Hits wie „Purple Rain“ oder „1999“ bestehen – und sie gleichwertig erscheinen lassen. Genau darin liegt die Stärke dieser Auswahl: Sie erzählt nicht nur von Erfolgen, sondern von Entwicklung, Brüchen und inneren Konflikten.
Questlove gelingt damit etwas Seltenes: eine Kanonisierung, die sich nicht endgültig anfühlt. Stattdessen lädt die Liste dazu ein, Prince immer wieder neu zu entdecken – und sich in einem Werk zu verlieren, das auch Jahre nach seinem Tod noch größer wirkt als jede Rangordnung.
„Finally (and this is an important caveat) I am not compiling a list of Prince’s biggest songs or even his quote-unquote best. Some of your favorites may be missing. This is because I look not to the songs with the largest pop-culture footprint but to those that tell me the most about him and how he made music. Some monster songs are of course included, but to me, what he did between them is what matters most. My goal in making this list is to provide a cheat code into why Prince was, is, and will always be genius.“
Leider sind nur rund 3/4 der 100 Songs bei den Streamingdiensten verfügbar, aber die findet ihr in den Playlisten für Apple Music und Spotify.
Questlove: The Prince 100 Apple Music Playlist
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von embed.music.apple.com zu laden.
Questlove: The Prince 100 Spotify Playlist
Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von Spotify zu laden.