
Blood Orange alias Dev Hynes kehrte nach fast einem Jahrzehnt nach Toronto zurück und bot seinen Fans eine Show, die zart, ätherisch und voller Leben war. Der englische Komponist, Produzent und Musiker hat ein besonderes Gespür dafür, in großen Räumen eine intime Atmosphäre zu schaffen, und genau das gelang ihm bei zwei aufeinanderfolgenden Auftritten im „History“, einem Veranstaltungsort mit einer Kapazität von 2.500 Plätzen. Auf seiner Tournee zur Unterstützung seines 2025 erschienenen Albums „Essex Honey“ verwöhnte Hynes die Fans mit einem 90-minütigen Set, das sich stark auf neues Material stützte, während er für einige köstliche, weniger bekannte Perlen in sein umfangreiches Repertoire griff. Die meisten Künstler eröffnen ihre Shows mit einem Paukenschlag, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen; Hynes fesselt das Publikum mit einer ruhigen Gelassenheit, einer anderen, feinfühligeren Art der Präsenz. Er eröffnete die Show mit „Thinking Clean“, einem Song, der sowohl textlich als auch kompositorisch gewichtig ist, und zog das Publikum direkt in seine Gefühlswelt hinein. Während des gesamten Sets wechselte er fließend zwischen Cello, Gitarre, Keyboard und Synthesizer. Obwohl Blood Orange ein Soloprojekt ist, ist Hynes ein bekannter Kollaborateur, und dieses Gemeinschaftsgefühl war in Echtzeit mit seinen Bandkollegen zu spüren. Eva Tolkin und Ian Isiah sorgten den ganzen Abend über für üppige Harmonien und traten bei mitreißenden Versionen von „Best to You“ und „You’re Not Good Enough“ ins Rampenlicht. Tariq Al-Sabir stellte neben seiner honigsüßen Stimme sein Können an Bass und Keyboard unter Beweis, während Dillon Treacy die Band mit präzisem, dynamischem Schlagzeugspiel abrundete. Die Songs standen im Mittelpunkt, Hynes sprach dazwischen nur kurz. Er ging auf die lange Pause seit seinem Auftritt in Toronto 2018 ein und dankte den Fans für ihre Treue, bevor er in den pulsierenden Groove von „Sutphin Boulevard“ eintauchte. Die Show führte durch das gesamte Blood-Orange-Repertoire, wobei das neuere Material im Mittelpunkt stand. Hynes beendete das Set mit dem beschwingten „Champagne Coast“ – einem Track, der derzeit online ein Comeback erlebt – gefolgt vom ätherischen „I Can Go“. Schließlich klang der Abend mit dem gefeierten Track „The Field“ aus, bei dem ein Überraschungsgast auftrat, der das Publikum in Ekstase versetzte. Schaut rein, um zu sehen, wer es war!
Blood Orange spielt am 18. und 19. August in Hamburg und Berlin im Rahmen der Off Days 2026.
Setlist:
00:15 – Thinking Clean
04:23 – How Soon is Now (The Smiths Cover)
05:56 – Saint
09:14 – Somewhere in Between
12:27 – Jesus Freak Lighter
15:31 – Vivid Light
19:22 – Wish
22:55 – Mind Loaded
26:50 – Best To You
31:06 – Countryside
34:50 – Dagenham Dream
37:18 – Life
41:43 – Sutphin Boulevard
43:32 – You’re Not Good Enough
47:28 – Jewelry
48:38 – The Train
51:29 – Charcoal Baby
55:55 – The Last of Endgland
1:01:49 – Champagne Coast
1:05:40 – I Can Go
1:08:49 – The Field