
Mit „Blackberry Marmalade“ meldet sich Vince Staples nach zwei Jahren Solo-Funkstille zurück – und liefert direkt einen der verstörendsten Rap-Releases des Jahres ab. Der Song verbindet noisigen Punk-Rap mit düsterer Gesellschaftskritik, während das Musikvideo wie ein First-Person-Shooter inszeniert ist: Der Zuschauer blickt durch die Augen eines Amokläufers, der erst auf Vince Staples zielt und anschließend ein Diner stürmt.
Auch textlich ist „Blackberry Marmalade“ alles andere als subtil. Staples rappt über Rassismus, Gewaltspiralen und den moralischen Verfall Amerikas – inklusive Referenzen an Kanye West, Princess Diana und die „bloodstained ground“-Mentalität westlicher Machtstrukturen. Der rohe Alternative-Rock-Sound erinnert dabei eher an Paris Texas oder JPEGMAFIA als klassischen Westcoast-Rap.
Das Video endet mit einem Zitat von Martin Luther King Jr. über Extremismus – und macht klar, dass Staples hier keine Provokation um der Provokation willen abliefert, sondern ein unbequemes Statement über Gewalt und gesellschaftliche Abstumpfung. Auf Reddit feiern Fans genau diesen kompromisslosen Ansatz bereits als möglichen Startschuss für eine neue kreative Vince-Ära.
Passend dazu kündigte Staples inzwischen auch sein neues Album „Cry Baby“ für Juni an – „Blackberry Marmalade“ ist der erste Vorbote daraus.