Start Musik Auch die Juice stirbt als Printmagazin

Auch die Juice stirbt als Printmagazin

Das große Printsterben geht weiter und nach Intro, Groove und Spex hat es nun auch das von mir sehr geschätzte und immer mal wieder abonnierte Juice Magazin erwischt. Die Juice war ist DAS HipHop-Magazin in Deutschland, aber dennoch hat es offenbar nicht gereicht. Die Ausgabe #195 wird die letzte in gedruckter Form sein. Die Juice-Crew schreibt:

Seitdem JUICE vor 22 Jahren gegründet wurde, steht die Marke für Qualität, Style, Geschmack und Innovation. Zweiundzwanzig Jahre, einhundertfünfundneunzig Ausgaben, unendlich viele Erinnerungen.

Das Gefühl, nach kräftezehrenden Abgabewochen ein physisches Produkt in der Hand zu halten, ist für jeden aus unserem Team, seien es unsere Redaktionsmitglieder oder die Vielzahl unserer freien Autoren, jedes Mal aufs Neue unvergleichlich. Doch man darf und kann die harten Fakten nicht ignorieren: Über die letzten Jahre haben sich Anzeigenkunden kontinuierlich aus dem Printgeschäft verabschiedet und unsere Auflage ging stetig zurück. Ökonomisch gesehen gleicht eine weitgehend unabhängige Produktion eines Printprodukts angesichts der aktuellen Marktlage auf lange Sicht einem langsamen, aber sicheren Selbstmord.

Musikjournalismus sucht auch 2019 nach Lösungen der Monetarisierung. In einer Zeit, in der auf Knopfdruck praktisch alles digital und kostenfrei verfügbar ist, finden sich nur schwer Kaufargumente für auf Papier gedruckte Worte. Immer wieder konnten wir im Lauf der 22 Jahre dieser Entwicklung durch Verbesserungen und Optimierungen entgegenwirken, um JUICE für euch weiter spannend zu gestalten. Doch am Ende müssen wir konstatieren: Alles Tropfen auf den heißen Stein, denn das Format Print ist tot.

Ausgabe 195, die am 28. November erscheint, wird die letzte Printausgabe sein. Für die Redaktion die Gelegenheit, nochmal ausgiebig auf 22 Jahre Printjournalismus und eine Dekade im Deutschrap zurückzublicken.

Ausschließlich digital geht’s dann ab März 2020 weiter, eine kleine Vorschau bekommt man jetzt schon auf  Juice-Abo-Seite.

Die Juice ist tot, es lebe die Juice.