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Max Herre: Musikfilm zum neuen Album „Athen“ + Video zu „Dunkles Kapitel“ feat. Fatoni, Sugar MMFK und Dirk von Lowtzow

Update: Zum bemerkenswert guten Track „Dunkles Kapitel“ ist am Freitag auch noch ein Musikvideo inklusive Features von Fatoni, Sugar MMFK – Dunkles Kapitel ft. MEGALOH, Dirk von Lowtzow erschienen. Stark.

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Max Herre hat heute sein neues Album „Athen“ veröffentlicht. Begleitend zum Album gitb’s einen Musikfilm.

Das Musikvideo zu einer großen Reise? Ein emotiv verdichtetes Visual Album? Oder doch eher ein Essay über die Suche nach Bedeutung in persönlicher Geschichte? Max Herre bringt mit seinem neuen musikalischen Kurzfilm all das zusammen – und schließt damit verschiedene Kreise seiner Biografie.

Die Fakten: Max Herre hat ein knapp 20-minütiges Visual zu seinem neuen Album “Athen” produziert. Formell ist es eine Mischung aus Musikvideo, Kurzfilm und impressionistischer Collage. Vor allem aber stellt es Musik in einen Kontext, biografisch wie emotional. Auf verschiedenen Erzählebenen tauchen die wichtigsten Momente der Platte auf und eröffnen so permanent neue Bedeutungsebenen.

Der narrative Überbau ist – wie auch auf dem Albums – eine Reise an den Sehnsuchtsort im Süden, der gleichzeitig als Sinnbild steht für verschiedene Aspekte von Herres Leben. Sie beginnt mit Erinnerungen an einen Spätsommer in der Bucht von Vathy, führt über die leere E75 ins mazedonische Skopje, dort ein brutalistischer Hotelbunker, verlassene Bahnhöfe, entlebte Erinnerung an das Ex-Jugoslawien der sechziger und siebziger Jahre. Es folgen diverse Familienbegegnungen in Athen, bevor in der Schlussszene im monumentalen Odeon des Herodes Atticus schließlich alles zusammenkommt und sich gleichzeitig neu öffnet, das Gefühl unendlicher Weite, der Geruch neuer Geschichte.

Der Film folgt keiner starren Chronologie oder geografischen Logik. Die Reise ist eher emotionale Klammer als dokumentarischer Leitfaden – ganz so wie die Stadt “Athen” für Max Herre für vieles steht, ein Ort der Vergangenheit und des Aufbruchs, der Krise und der Hoffnung zugleich. So bietet der Film Platz für zahlreiche Erzählstränge und Themen, welche auch das Album prägen. Selbstverständnis als Künstler und gefühlte Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Die Subjektivität des Scheiterns und die Kraft des Resets. Die Auseinandersetzung mit dem politischen Erben der Eltern und das Verhältnis zum eigenen Vatersein. Die Bindungen und Brüche in der Beziehung zur Frau seines Lebens, ja, das Wesen der Liebe selbst.

Das macht den Film, auf mehreren Ebenen, zu einer Pionierleistung. Er lässt Brüchigkeit und Verletzlichkeit zu und vermittelt damit eine Ahnung, was das überhaupt sein könnte, “Grown-up HipHop”. Gleichzeitig aber gibt er einer allzu oft um sich selbst drehenden Musikszene frische Impulse und zeigt neue Wege auf, formell wie emotional.

Ich habe bisher weder das Album durchgehört (leider) noch das Visual gesehen, aber alles was ich bisher vom Album gehört habe war sehr vielversprechend.

„Athen“ Albumstream