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In einem Artikel namens „Why Music Videos Are Still So Important“ stellt Sarah Boardman fest, dass Musikvideos eigentlich so wichtig sind, wie nie zuvor. Das größte Problem seit dem Rückzug von MTV ist allerdings, dass der Markt „unter-kuratiert und über-sättigt“ ist. Damit meint sie, dass es zu viele Musikvideos gibt und dadurch die richtig guten häufig übersehen werden. Damit das unseren lieben Lesern nicht passiert, wählen wir an dieser Stelle das beste Musikvideo aus. Und zwar wöchentlich.

Honeyblood – Sea Hearts (Regie: Thomas James)

Der Name Honeyblood weckt ja durchaus gewisse Erwartungshaltungen: Süßer Honig einerseits, wildes Blut andererseits, und tatsächlich spielt die zugehörige Band analog dazu Indierock, der auch mal ungestüm vorprescht, dabei aber nie den Hang zu zuckrigen Melodien vermissen lässt. Entlang dieses Dualismus inszeniert Regisseur Thomas James den Videoclip zu ihrem kratzig Kaugummi kauenden Ohrwurm „Sea Hearts“, innerhalb dessen ein tendenziell wenig herziges Wesen aus der See aufsteigt und auf einer Kostümparty sein Unwesen treibt.

James beweist dabei ein erfreulich sicheres Händchen, sowohl was Atmosphäre als auch eine gewisse Bekömmlichkeit angeht. Mit „Eyes Wide Shut“, „Under The Skin“ sowie jedem Indie-Highschoolfilm dieser Welt werden zumindest bei mir die richtigen Assoziationen getriggert und machen Lust auf all die Horrorclips, die in der kommenden Woche unweigerlich eintrudeln werden. Lasst die Spiele beginnen.