In einem sehr interessanten Artikel namens „Why Music Videos Are Still So Important“ stellt Sarah Boardman fest, dass Musikvideos eigentlich so wichtig sind, wie nie zuvor. Das größte Problem seit dem Rückzug von MTV ist allerdings, dass der Markt „unter-kuratiert und über-sättigt“ ist. Damit meint sie, dass es zu viele Musikvideos gibt und dadurch die richtig guten häufig übersehen werden. Damit das unseren lieben Lesern nicht passiert, wählen wir an dieser Stelle das beste Musikvideo aus. Und zwar wöchentlich.

St. Vincent – New York (Regie: Alex Da Corte)

Setwechsel, eine charismatische Performerin, bizarre Accessoires: All das liefert unser Video der Woche, und nein, es handelt sich nicht um Taylor Swifts Selbstfindungsgroteske, sondern ganz im Gegenteil um St. Vincents Selbsthauptung im Clip zu „New York“. Einem Song, dessen Protagonistin man sich ohne die nun ergänzten Bilder vielleicht als sehnsüchtige Verlassene hätte vorstellen können, besonders ob des hymnenhaft-schmachtenden Refrains.

Ausgerechnet diesen singt Annie Clark nun in ein brennendes, Salatkopf-ähnliches Gewächs, die Absurdität dieser Situation mit keinem Augenzwinkern würdigend. Generell tendieren derartige Clips ja zur Nummernrevue oder – noch schlimmer – zum vollkommen unzusammenhängenden Pseudo-Bewusstseinsstrom, doch Clarks angenehm gleichgültiges Gesicht und die in sehr satten Farben gehaltenen, nahezu surrealen Kulissen halten „New York“ zusammen.