Am vergangen Wochenende fand im Kampnagel wieder das großartig kuratierte ÜBERJAZZ Festival statt. Wir waren mit der Kamera am Start und haben uns einige der Highlights herausgepickt.

In diesem Jahr lag ein Schwerpunkt auf Künstlern von der amerikanischen Westküste. Am Freitag ging es für uns mit Miles Mosley, dem Bassisten und Gründungsmitglied des Kollektivs „The West Coast Get Down“, los. Zu diesem gehört u.a. auch der von uns sehr gefeierte Kamasi Washington. In der Vergangenheit führte die Westküstenconnection so auch genreübergreifend zu Kooperation mit amerikanischen Musikgrößen wie Snoop Dog, Korn oder Chris Cornell. Weiter ging es mit dem Trompeter Christian Scott samt großartiger Band. Auch er überschreitet Genregrenzen und steht damit sinnbildlich für die eigentliche Idee des Festivals. Er hat sowohl Trap Beats als auch afrikanische Einflüsse mit nach Hamburg gebracht. Zeitgleich bespielte das Jazzlab aus Hamburg drei Stunden lang das K1. Mit wechselnden sehr talentierten Künstlern stehen sie für die junge Jazzszene. Sie sind regelmäßig im Volt (U2 Messehallen) zu finden. Sehr zu empfehlen nicht nur für Jazzfreunde! Als Repräsentant der amerikanischen Ostküste stand dann noch der Rapper und Produzent Oddisee mit seiner Band Good Company auf der Hauptbühne und sorgte für den würdigen Abschluss des ersten Festivaltages.

Mit Lucia Cadotsch konnte das ÜBERJAZZ die diesjährige Echo Jazz Preisträgerin für sich gewinnen. Sie durfte auf der Hauptbühne im K6 auftreten, während unser Festivalhighlight Moses Sumney mit kleiner Verspätung im K2 startete. Auf keinen Künstler haben wir uns hier mehr gefreut. Vor einigen Jahren noch alleine mit Gitarre und Loopstation unterwegs, wird er mittlerweile von einer zweiköpfigen Band begleitet. Durch seine Verspätung haben wir leider Sudan Archives verpasst. Laut zahlreicher Kommentare des mehrheitlich sehr musikversierten Publikums, wohl ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr. Zum schon dritten Mal beim ÜBERJAZZ dabei war Robert Glasper, der die Grenzen zwischen Jazz, Hip Hop und R&B spielend auflöst. Er wurde zum ersten Mal von der Originalbesetzung seines Acoustic Trios und von DJ Sundance in Hamburg begleitet. Richtig gute Laune und tanzbares brachten Tank and the Bangas aus New Orleans mit. Sie traten zum allerersten Mal überhaupt in Deutschland auf und hinterliessen durch ihre Bühnenpräsenz einen bleibenden Eindruck. Und zu Thundercat muss man dann auch nicht mehr viel sagen. Im März hatte er uns bereits im Mojo Club begeistert. Mit seinem treibenden Bassspiel konnte er einmal mehr überzeugen und füllte zum Ende nochmal den Hauptsaal K6.

Danke ÜBERJAZZ, weiter so und wir sind 2018 sicher wieder mit am Start.