„Sophia, der Tod und ich“ nach dem Roman von Thees Uhlmann am Altonaer Theater. (alle Fotos: Björn Buddenbohm)

2015 veröffentlichte Thees Uhlmann seinen humorvollen Debütroman „Sophia, der Tod und ich“, der nun als Stück unter der Regie von Hans Schernthaner am Altonaer Theater aufgeführt wird. Wir durften uns bereits im Vorfeld einen Eindruck von der gelungenen Umsetzung machen und haben das ein oder andere mal herzlich gelacht.

Die Geschichte von „Sophia, der Tod und ich“ ist im Prinzip schnell erzählt: Als es an der Wohnungstür des namenlosen Protagonisten klingelt, steht ihm der Tod gegenüber, der ihm zu verstehen gibt, dass er lediglich noch drei Minuten zu leben hat. Unerwartet klingelt wenig später auch Sophia, die Exfreundin des Mannes, an der Tür, was die Pläne des Tods mächtig durcheinander bringt. Kurz darauf starten die Drei eine gemeinsame Reise, um zunächst die Mutter des Protagonisten und später seinen unehelichen Sohn, den er seit sieben Jahren nicht gesehen hat, zu besuchen. Unterwegs führt die Truppe nicht nur lustige Gespräche und gerät in komische Situationen, sondern triff auch auf den Gegenspieler des Tods, der ebenfalls auf dem Weg zu dem Jungen ist. Ein rasanter Wettlauf beginnt…

Großes Lob gebührt daher zunächst dem Bühnenbild von Sonja Zander, das den Roadtrip-Charakter des Stücks und die unterschiedlichen Orte, die das Trio während seiner Reise aufsucht, charmant abbildet und das Umbauen auf der Bühne geschickt in die Szenen und das Handeln der Schauspieler integriert. Die Romanfiguren finden sich innerhalb des Ensembles ebenfalls wunderbar wieder. Zum einen ist da der der launige Protagonist, gespielt von Stephan Möller-Titel, dem es sehr gut gelingt den verkopften und zugleich sympathischen Typen mit dem trostlosten Leben aus dem Roman zu verkörpern und dessen Stimme und schnodderige Aussprache mit dem norddeutschen Einschlag, der von Thees Uhlmann erstaunlich ähnelt. Zum anderen sind da die forsche Ex Sophia mit der sympathisch-direkten Art (Anjorka Strechel), der tollpatschig-kindliche Tod (Joseph Reichelt), der nun erstmals Urlaub machen kann und unterwegs viel Neues entdeckt, sowie Hannelore Droege als putziges Mütterlein („Schön, schön, schön…“).

Für die Bühne hat Regisseur Schernthaner viele der uhlmannschen Dialoge übernommen und so viel von dem Witz des Romans in das Stück eingearbeitet. Intelligent werden die Rückblicke aus dem Buch in einzelne Szenen integriert. Die Story entfaltet sich in einem kurzweiligen Tempo, ohne dass Längen entstehen, was „Sophia, der Tod und ich“ zu einer ebenso unterhaltsamen wie sehenswerten Aufführung macht, die wir euch als Ausgehtipp ans Herz legen möchten.

„Sophia, der Tod und ich“ nach dem Roman von Thees Uhlmann feiert heute Premiere am Altonaer Theater und wird dort bis Mitte Juni zu sehen sein. Karten gibt es auf der Homepage des Altonaer Theaters.

Alle Fotos: Björn Buddenbohm