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In einem sehr interessanten Artikel namens „Why Music Videos Are Still So Important“ stellt Sarah Boardman fest, dass Musikvideos eigentlich so wichtig sind, wie nie zuvor. Das größte Problem seit dem Rückzug von MTV ist allerdings, dass der Markt „unter-kuratiert und über-sättigt“ ist. Damit meint sie, dass es zu viele Musikvideos gibt und dadurch die richtig guten häufig übersehen werden. Damit das unseren lieben Lesern nicht passieren, wählen wir an dieser Stelle das beste Musikvideo aus. Und zwar wöchentlich.

The Kills – Doing It To Death (Regie: Wendy Morgan)

Drei Videos, wie sie verschiedener kaum sein können, haben uns diese Woche begeistert: Das auf Hochglanz produzierte „Mind“ von Jack Ü, das eine Art Tourtagebuch von Skrillex, Diplo und Kai darstellt und sich „nicht zu schade“ ist, Sequenzen mit Bauern aus dem tibetischen Hochland mit screamenden Partypeoplen zu verbinden. Das Spaßvideo zu „Sike!“ von Astronautalis, das als brachialer Roadtrip durch einen brennenden Wald funktioniert, bis der Vorhang der Greenbox-Technik fällt und die Komik der Situation vollends offenbart wird. Und dann eben „Doing It To The Death“ von The Kills, das letztlich eine Nasenspitze vorne lag.

Warum? Weil hier ein Trauermarsch auf eine Art inszeniert wird, wie man sie noch nie gesehen hat. Auf einer Motorhaube oder bei der Gedenkrede mit einer Kippe im Maul, präsentiert sich Sängerin Alison Mosshart cool wie nie. Jamie Hince, der durch fünf Operationen an der Hand bis zuletzt außer gefecht gesetzt war und das Gitarrenspiel neu erlernen musste, legt ein paar Tanzeinlagen ein und nimmt in einem Sarg Platz. So sieht ein Comeback im Stile der Kills aus. Chapeau!

Das fünfte Studioalbum des Duos aus London heißt „Ash & Ice“ und erscheint 3.06.2016 via Domino Records.

Geboren 1988 in Ulm, lebt und arbeitet Jonathan Tyrannosaurus Kunz in Saarbrücken und leitet Kurse an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er mag traurige Musik aus den Neunzigern und ist der beste Tischtennisspieler, den er kennt.