In einem sehr interessanten Artikel namens „Why Music Videos Are Still So Important“ stellt Sarah Boardman fest, dass Musikvideos eigentlich so wichtig sind, wie nie zuvor. Das größte Problem seit dem Rückzug von MTV ist allerdings, dass der Markt „unter-kuratiert und über-sättigt“ ist. Damit meint sie, dass es zu viele Musikvideos gibt und dadurch die richtig guten häufig übersehen werden. Damit das unseren lieben Lesern nicht passiert, wählen wir an dieser Stelle das beste Musikvideo aus. Und zwar wöchentlich.

Zola Jesus – Siphon (Regie: Zia Anger)

Geht es um die Kombination von Popmusik und exzessivem Kunstbluteinsatz, ist wohl immer noch die auf der „Still Reigning“ DVD festgehaltene, die Prämisse des Songs sehr wörtlich nehmende Performance des Slayer-Klassikers „Raining Blood“ Maß aller Dinge. Diese diabolische Gigantomanie zu toppen ist kaum möglich, wohl aber das Bild des Blutregens in einen komplett anderen emotionalen wie visuellen Raum zu transportieren.

Zola Jesus hat unter Regie der großartigen Zia Anger diesen Schritt gewagt, ihren Suizid-Präventionssong „Siphon“ mit in den Wald genommen und dort dessen Blutmetapher in sehr plastische Bilder übersetzt. Leicht hätte das prätentiös wirken können, doch die Kombination aus intimer Kamerarbeit, geschickt gewähltem Setting und intensiver Performance der Musikerin lassen den Effekt zu mehr werden als einem bloßen Gimmick.